Start Siegls Senf Vom Energiematch Politik gegen Physik und wer gewinnt

Vom Energiematch Politik gegen Physik und wer gewinnt

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Die Öl- und Gaspreise gehen durch die Decke und fast reflexartig kommt aus Teilen der heimischen Politik der Satz, man brauche eben mehr erneuerbare Energie. Denn Sonne und Wind würden keine Rechnung schicken. Dafür schicken sie allerdings auch zeitweise keinen Strom.

Im Jänner konnte die Stromversorgung Österreichs nur aufrechterhalten werden, weil wir 28 Prozent unseres Verbrauchs mit Importen abdeckten. Im Dezember lag die Quote sogar bei fast 50 Prozent. Ausländische Atomkraftwerke bewahrten Österreich vor dem Blackout, denn unsere verbliebenen fünf Gaskraftwerke liefen ohnehin im Vollbetrieb. Was sie übrigens nicht mehr lange machen werden, denn sie gehen rasch auf das Ende ihrer Lebensdauer zu.

Die Photovoltaik deckte hingegen wegen hartnäckigen Nebels nur 1,2 Prozent des Strombedarfs ab und auch die Windenergie ließ oft aus. Dunkelflaute nennt man so einen Zustand, der unpraktischerweise häufig im Winter auftritt.  Zu dumm aber auch, dass die Leute nicht vor allem dann heizen wollen, wenn die Sonne auf die PV-Paneele brennt.

Die vergangenen Wochen haben es eindrücklich gezeigt: So sehr man Sonnen- und Windkraft auch ausbaut, damit allein lässt sich kein Stromnetz für eine moderne Gesellschaft betreiben. Man benötigt zwingend eine – dann natürlich sehr teure – Parallel-Infrastruktur für die Zeiten, in denen Sonne und Wind keine Rechnung, aber auch keinen Strom senden. Das geht mit CO2-emittierenden Gaskraftwerken oder eben mit Atomkraft. Denn auch die Wasserkraft ist vom Wetter abhängig, wie man in diesem niederschlagsarmen Winter gesehen hat.

Österreich kann also rasch etliche neue Gaskraftwerke bauen. Oder es findet sich ein freundlicher Nachbarstaat, dem wir die nächsten drei Atomkraftwerke finanzieren dürfen, damit er uns die Hälfte des damit erzeugten Stroms überlässt. EU-Kommissionspräsidentin Von der Leyen hatte leider völlig Recht mit ihrer sehr späten Einsicht, der Ausstieg aus der Kernenergie sei ein strategischer Fehler gewesen.

Aber Politiker übersehen gerne die Gesetze der Physik. Zum Beispiel, dass Erneuerbare den Strom nur dann produzieren, wenn das Wetter passt. Oder dass Batteriespeicher ein paar windlose Nächte überbrücken können, aber zu keinen finanzierbaren Kosten Strom aus dem Sommer für die große Solar-Winterlücke bereitstellen können. Zu dumm nur, dass am Ende – egal, was Politiker sagen – immer die Physik gewinnt. +++