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Muslimische Jugendliche werden religiöser und gewaltbereiter

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36 Prozent der muslimischen Jugendlichen in Wien finden, dass sich alle (!) Menschen an die Regeln ihrer Religion halten sollten. Sogar 41 Prozent sind der Meinung, dass die Vorschriften des Koran über den Gesetzen in Österreich stehen. Und erschreckende 46 Prozent denken, man müsse bereit sein, für die Verteidigung seines Glaubens zu kämpfen und zu sterben.

Das hat ein Forscherteam unter Leitung des deutsch-türkischen Soziologen Kenan Güngör im Auftrag der Stadt Wien erhoben. Güngör stuft die Ergebnisse als „sehr bedenklich“ ein und bilanziert: „Antidemokratische, abwertende und gewaltaffine Haltungen sind unter muslimischen Jugendlichen weiter verbreitet als unter den anderen.“ Und immerhin stellen die Muslime an Wiens Pflichtschulen mit 39 Prozent bereits die relative Mehrheit. Jetzt ist Wien nicht Österreich, doch so viel anders würden die Ergebnisse in Graz, Linz oder Feldkirch auch nicht aussehen.

Es ist zudem nicht die erste Studie mit Ergebnissen in diese Richtung, aber von Studie zu Studie werden die Ergebnisse bedrohlicher. Dies wird auch dadurch untermauert, dass ein Drittel der muslimischen Jugendlichen zwischen 14 und 21 angibt, in den vergangenen Jahren in Österreich religiöser geworden zu sein.

Patentrezept gibt es wohl keines, aber weiter zuschauen und alle zwei Jahre erschrocken „Das ist nicht gut“ zu hauchen, ist als politische Antwort sicher unzureichend. Zumindest, wenn wir nicht in 20 Jahren den Antrag, die Scharia in die österreichische Rechtsordnung aufzunehmen, im Parlament abstimmen wollen.

Verpflichtender Ethikunterricht für alle Schüler mit Übersicht über alle Weltreligionen, was sie eint und was sie trennt, scheint wichtiger als je zuvor. Und Demokratie, wie sie funktioniert und was sie leistet, sollte ebenso fixer Bestandteil der Schule sein und nicht nur nebenbei erwähnt werden. Den Lehrern und Lehrerinnen kommt die zentrale Rolle im Überzeugungskampf gegen TikTok-Prediger und Gruppenzwang zu. Deshalb sollten sie darin so gut wie möglich unterstützt werden – von inhaltlicher Motivation bis zur Entlastung von administrativen Tätigkeiten.

Aber letztlich sollten wir alle vorleben, wie zufrieden wir sind, in einer Demokratie leben zu dürfen. Das muss dann in letzter Konsequenz auch eine wehrhafte Demokratie bedeuten, die ihre grundlegenden Werte mit Zwangsmaßnahmen verteidigt, denn sonst ist sie in ihrer Existenz bedroht. Wenn man den Glauben über geltendes Recht stellt, hat man keinen Platz in einer liberalen Demokratie. Das muss nicht nur vermittelt, sondern auch umgesetzt werden. +++