Start Editor's Blog Eine kleine Geschichte: Schrödingers Katze (I)

Eine kleine Geschichte: Schrödingers Katze (I)

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Ein Schnarren, verhalten nur, weckte Schrödinger. Ein Schleifen, als ob Karton an Karton sich riebe, kurz lediglich, doch es reichte, um aus seinem Traum hochzuschrecken. Schrödinger öffnete die Augen. Er gähnte. Durch die Finsternis eroberte sich ein wenig Licht seinen Weg zu ihm. Mit einer geschmeidigen Verrenkung des Rückens, die nur dank seiner sehr speziellen Schulterblätter möglich war, drehte Schrödinger in der Enge der Box den Kopf nach hinten, ohne seine eingerollte Seitenlage aufzugeben. Die Bewegung ließ seinen Buckel an das Glasröhrchen stoßen, das hinter ihm lag, zwischen ihm und der Wand. Doch dank Schrödingers Weichheit brach das fragile Gefäß nicht. Er sah über sich, wie ein Spalt sich öffnete, schmal zuerst, dann breiter. In der Box wurde es heller und Schrödinger wünschte sich in seinen Traum zurück, in dem er soeben über eine Wiese geschlendert war, umtanzt vom Frühling. Der Geruch des Labors schwindelte sich an seine Nase. Dann wurde es mit einem Mal taghell. Ein Gesicht tauchte über Schrödinger auf, er nahm das Lächeln eines vertrauten Menschen wahr. „Gott sei Dank, du bist nicht tot, du lebst!“ sagte Schrödinger, der Physiker, zu Schrödinger, seinem Kater, den er nach sich selbst benannt hatte.

Die Fortsetzung folgt am nächsten Samstag – dann erfahren wir mehr über „Schrödingers Katze“, eines der berühmtesten Experimente der Menschheitsgeschichte. 

Und ja, der Kater auf dem Bild oben heißt tatsächlich Schrödinger, ist selbstverständlich quicklebendig und lebt glücklich und zufrieden beim Autor des |Editors Blog|. Wer mehr über den inzwischen drei Jahre alten Kater wissen möchte: einfach hier klicken:

Meet Schrödinger