Vier Jahre sind bereits vergangen, seit russische Truppen in der Ukraine eingefallen sind und seither wird dieses Land permanent attackiert. An der Front, aber auch im Hinterland, wenn Energieinfrastruktur und Wohngebäude mit Raketen und Drohnen angegriffen werden. Hunderttausende Menschen müssen bei bis zu minus 25 Grad ohne Heizung und ohne Strom auskommen.
Wenn dann Außenministerin Meinl-Reisinger nach Kiew reist und 3 Mio. Euro für humanitäre Hilfe mitbringt, wird sie dafür im Inland wüst attackiert. „Eine warme Suppe kann über Leben und Tod entscheiden“, sagte Caritas-Präsident Michael Landau den SN im Interview. Doch wenn die österreichische Regierung eine Summe für Wärmezelte und warme Mahlzeiten spendet, die etwa 30 Cent pro Österreicher entspricht, werden teilweise Worte gewählt, die am Strafrecht vorbeischrammen. Die Außenministerin solle „als Sachspende“ gleich in der Ukraine bleiben, gibt FPÖ-Chef Herbert Kickl die Richtung vor.
Ein Drittel der österreichischen Bevölkerung findet, dass die heimischen Beziehungen zur Ukraine zu eng seien (Market-Institut). Dafür denkt mehr als jeder Fünfte im Land, dass die Beziehungen zu Russland enger werden sollten. Unter FPÖ-Wählern möchte sogar die Hälfte die Nähe zu Russland intensivieren, aber auch unter SPÖ- und Grün-Wählern will es jeder zehnte. Zu jenem Land, das in ein souveränes anderes Land eingefallen ist, weil Präsident Putin sein Reich vergrößern will. Zu jenem Land, das Krankenhäuser mit Raketen beschießt, das zehntausende ukrainische Kinder verschleppt und „russifiziert“ hat und das Frieren der Bevölkerung als Waffe im Krieg einsetzt.
Wie kann man nur so klar auf der falschen Seite der Geschichte stehen, wie kann man die Nähe zum Kriegstreiber und zur Diktatur suchen und dem demokratisch organisierten Opfer die Hilfestellung entziehen wollen? Mir fehlt wirklich jeder Zugang, was in den Köpfen dieser Menschen vor sich geht. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich die Bundesregierung von diesen Verwirrten nicht beeinflussen lässt und weiterhin klar zur humanitären Hilfe an die Ukraine steht. +++





