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Von Bildung und Beton

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Man kann ja auch einmal anerkennen und sagen: Richtig, weiter so. Bildungsminister Christoph Wiederkehr hat seinen „Plan Z“ mit „Z“ für Zukunft vorgestellt. Sein Ziel sei, dass alle Schüler sagen können, „ich fühle mich für das Leben gut vorbereitet“, wenn sie die Schule verlassen.

Dazu will er die Einführung eines zweiten verpflichtenden Kindergartenjahres, um Sprachdefizite zu verhindern. Plus mehr Schulautonomie, Reformen für eine praxisgerechtere pädagogische Ausbildung und einen Fokus auf den Umgang mit Innovation – vor allem mit KI und Social Media. Dafür ist er auch gewillt, die Lehrpläne zu entschlacken, denn reiner Wissenserwerb sei nicht mehr entscheidend.

Das klingt alles vernünftig, allein eine Kleinigkeit fehlt noch: Die konkrete Umsetzung. Auch die Bildungsministerinnen Elisabeth Gehrer (ÖVP) und Claudia Schmied (SPÖ) starteten mit viel Elan und der ehrlichen Absicht, das Bildungssystem zu reformieren und zukunftstauglicher zu machen.

Dann stießen sie auf die Lehrergewerkschaft. Das ist sozusagen das schwarze Gegenstück zur roten Eisenbahnergewerkschaft. Oft werden beide in ihrer Beweglichkeit mit Beton verglichen. Das ist natürlich ungerecht. Beton ist im Vergleich eine flexible, anpassungsfähige Masse, selbst wenn er fest geworden ist. Auch Minister Wiederkehr wird noch seine Erfahrungen machen dürfen. Marke: Unheimliche Begegnung der dritten Art. +++