Luxemburg, Südkorea, Schweiz, Norwegen und Österreich sind die Top-5-Staaten in der OECD, was die Bildungsausgaben pro Schüler betrifft. Und vier dieser Länder profitieren auch von top ausgebildeten Absolventen. Lediglich ein Land bekommt trotz hoher Kosten bestenfalls Bildungs-Mittelmaß für Gesellschaft und Wirtschaft. Richtig geraten, es ist Österreich.
31 Prozent der heimischen Erwachsenen können – maximal – einen kurzen und einfachen Absatz sinnerfassend lesen. 11 Prozent der Volksschulkinder können wegen mangelnder Sprachkenntnisse nicht einmal dem Unterricht ausreichend folgen. Dazu passt, dass bereits jeder achte junge Erwachsene zwischen 18 und 24 Jahren weder in Ausbildung noch in Beschäftigung ist. Tendenz weiter steigend. Und das alles trotz – im OECD-Vergleich – kleiner Klassen und hoher Lehrergehälter.
Grundsätzlich sind das alles keine neuen Entwicklungen, bloß geht die Schere zwischen Kosten und Ergebnissen des Bildungssystems immer weiter auf. Es braucht daher mehr als die gut gemeinten und auch sinnvollen kleinen Reformschritte, die bisher von der Bundesregierung gesetzt oder zumindest im gemeinsamen Programm angekündigt wurden.
Es braucht eine tiefgreifende Änderung im System mit klaren Kompetenzverteilungen. Statt des derzeitigen Wirrwarrs sollte der Bund die Zuständigkeit und Verantwortung für das gesamte Bildungssystem bekommen, einen guten Teil dieser Verantwortung – inklusive der Verteilung des Budgets – aber an die Schulen selbst delegieren. Die Länder und Gemeinden sollten sich auf die Kindergärten konzentrieren und dort sicherstellen, dass nur Kinder mit ausreichenden Deutschkenntnissen in das Schulsystem eintreten.
Aber Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, kann ich nur gratulieren: Wenn Sie einen so komplexen Text mit Prozentzahlen, Fremdwörtern und Nebensätzen bis hierher sinnerfassend lesen konnten, zählen Sie mittlerweile zur Bildungselite im Land. +++





