Der Real-Zynismus beginnt in diesem Fall hinten. „Ich bin ein Fahrrad“ steht oft im Design einer Nummerntafel auf den E-Mopeds. Rein rechtlich ist das korrekt, faktisch sind sie eine ausgewachsene Plage für „echte“ Radfahrer und auch für Fußgänger, denn die Mopeds dürfen ebenso auf gemischten Geh- und Radwegen und in freigegebenen Fußgängerzonen unterwegs sein. Von den Gehsteigen, auf denen sie falls – illegal fahren, gar nicht zu sprechen.
E-Mopeds sind deutlich breiter als Fahrräder, bieten auf ihrer Sitzbank Platz für Zwei und wiegen 70 bis 80 Kilogramm. Noch ohne die Essensbeladung, mit der sie meistens unterwegs sind. Ein klassisches Mofa mit Verbrennungsmotor, das nur auf der Straße fahren darf, wiegt etwa 45 Kilogramm.
Vom Gesetz her dürfen die E-Mopeds nicht schneller als 25 km/h fahren. Bei einer Messung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit war die Hälfte schneller unterwegs, 15 Prozent mit mehr als 35 km/h und der Spitzenreiter wurde mit 87 km/h gemessen. Wen wundert es dann noch, wenn sich die Zahl der im Spital nach einem E-Moped-Unfall Behandelten im Vorjahr auf 7500 versechsfacht hat. Ja, sie haben es eilig, denn es geht fast immer um die Auslieferung eines meist warmen Essens, aber das ist keine Entschuldigung für die Gefährdung anderer.
Die Stadt Wien fordert deshalb: Runter von den Radwegen mit ihnen. Und ausgerechnet der zuständige Bundesminister Peter Hanke, zu Jahresbeginn noch Stadtrat in Wien, eierte kurz herum. Es brauche „saubere Regeln“, aber ein „Verbannen“ werde es nicht geben. Nun scheint er dem Druck nachgeben zu müssen, da sich auch andere Städte der Wiener Forderung angeschlossen haben.
Ein mehr als ausgewachsenes Moped, das lediglich einen Antrieb besitzt, der beim Schreiben der entsprechenden Verordnung noch nicht existierte, hat am Radweg absolut nichts verloren. Ich würde sogar weiter gehen: E-Mopeds sollten künftig nur mehr mit Nummerntafel und unter Versicherungspflicht unterwegs sein. Dafür wären dann 45 km/h wie für andere Mopeds erlaubt. Und über der Nummerntafel darf dann gerne stehen: „Ich bin ein Moped“. +++





