Wieder einmal Rindfleisch gekauft? Es könnte einem langsam vergehen, denn die Preise für das Gulaschfleisch haben sich innerhalb eines Jahres um 15 Prozent erhöht. Verlangt das Gras auf den Kuhweiden nun etwa einen Zuschlag für das Wachsen? Vegetarisch sei ohnehin gesünder, werden manche einwenden. Doch Äpfel sind sogar um 22 Prozent teurer geworden. Auch hier erkennt man den Grund auf den ersten Blick nicht.
Die beiden Beispiele sind leider keine Einzelfälle: Die aktuelle Inflationsrate ist in Österreich wieder auf 3,3 Prozent geklettert. Im restlichen Euro-Raum blieb sie bei 2,0 Prozent, also genau auf dem Wunschwert der EZB. Österreich kriegt die Teuerungsspirale also nach wie vor nicht in den Griff. Seit dreieinhalb Jahren!
Vizekanzler Babler wettert in seinen Sonntagsreden gerne, das Leben müsse wieder leistbarer werden. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer meldet sich gerne zu allem und jedem, aber konkrete Schritte der Bundesregierung sieht man nach wie vor keine. Von saftigen staatlichen Gebührenerhöhungen abgesehen.
So wird der sogenannte „Österreich-Aufschlag“ der Handelskonzerne weiterhin als heimische Folklore geduldet. Laut Preismonitor der Arbeiterkammer müssen Konsumenten in Österreich für idente Marken-Lebensmittel im Durchschnitt um 27 Prozent mehr ausgeben als in Deutschland. Der simple Grund für die Konzerne dürfte lauten: Wenn es reingeht, wären wir doch dumm, es nicht zu machen.
Selbst in Brüssel will man schon dagegen vorgehen und plant ein Aus für territoriale Lieferbeschränkungen. Doch umsetzen müssen es die Mitgliedstaaten selbst. Auch die Empfehlungen der Bundeswettbewerbsbehörde von 2023 sind noch immer nicht umgesetzt worden. Mehr Rechtssicherheit für Lieferanten gegenüber den großen Handelskonzernen etwa oder ein Online-Portal für Preisvergleiche.
Für die Konsumenten bleibt nur mehr das 25-Prozent-Rabattpickerl, um den Kassazettel ein wenig erträglicher zu machen. Schade nur, dass man nicht untätigen Regierungsmitgliedern auch ein Minus 25-Prozent-Pickerl aufs Hirn kleben kann. Es würde den Staatshaushalt zwar nicht sanieren, aber es würde das hilflose Zusehen als Steuerzahler zumindest erleichtern. +++





