Start Siegls Senf Ein wenig Milei könnte Österreich gut brauchen

Ein wenig Milei könnte Österreich gut brauchen

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7,6 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahresvergleich weist Argentinien nun auf. Nicht einmal China oder Indien können da mithalten. 19 Monate ist der libertäre Javier Milei nun Präsident und die Wirtschaft boomt wie seit Menschengedenken nicht mehr. Dennoch liegt die Inflationsrate mittlerweile unter dem österreichischen Niveau, obwohl sie zu Beginn von Mileis Amtszeit noch über 200 Prozent ausmachte. Dafür wächst der Kreditmarkt um etwa 50 Prozent, denn Investoren und Konsumenten haben neues Vertrauen in die Zukunft gewonnen. Und das in dem Land, das bisher von Staatsbankrott zu Staatsbankrott torkelte.

Wie macht das der Mann mit der Kettensäge? Er hört auf Österreich. Allerdings nicht auf die österreichische Politik, sondern auf die sogenannte österreichische Schule der Nationalökonomie, auf Leute wie Carl Menger oder Friedrich von Hayek. Leute, die ihre Sicht der Volkswirtschaft auf der Bedeutung des einzelnen Menschen und seiner individuellen Vorlieben aufbauten, und die skeptisch gegenüber staatlichen Eingriffen waren.

Also kürzte Milei die staatlichen Ausgaben Argentiniens drastisch, dafür privatisierte und entbürokratisierte er. Sogar Job-Kündigungen wurden deutlich erleichtert. Allein im ersten Halbjahr seiner Präsidentschaft wurden so 30.000 Beamte gekündigt. Die Unternehmenssteuern senkte er, während Pensionen nur mehr erhöht werden, wenn die Exporte des Landes steigen. Aber das Land brach nicht zusammen wie von vielen erwartet, sondern ganz im Gegenteil: Es wächst beeindruckend. Und das ohne zusätzliche Schulden.

Nun kann man sich Christian Stocker nicht mit einer Kettensäge in der Hand vorstellen, selbst ein Rohrstaberl würde schon deplatziert wirken. Aber ein wenig Milei könnte dieses Land schon brauchen. Ein wenig Schwung, um die Wirtschaft endlich wieder zum Wachsen zu bringen. Entbürokratisierung, Reduktion der Steuer- und Abgabenquote, Föderalismusreform, Verschlankung des öffentlichen Dienstes – dafür muss man nicht bis zu Hayek zurückblättern, das schlagen die meisten Ökonomen im Lande seit mindestens zwei Jahrzehnten vor. Nur gemacht wird es nicht.

„Wir müssen uns aus der Krise hinausinvestieren“, lautet das Mantra der Linken in solchen Situationen und sie meinen damit neue Schulden. Javier Milei zeigt gerade eindrucksvoll, dass es keine höheren Staatsschulden braucht, um ein Land wieder auf den Wachstumspfad zu bringen. Die Unternehmen in Ruhe arbeiten zu lassen, ohne ihnen permanent noch etwas Schweres in den Rucksack zu stopfen, würde bereits helfen. Wenn man dann sogar ein paar Vorschriften und Meldepflichten herausnimmt und die damit beschäftigten Beamten auch gleich einspart, dann könnte der Milei-Effekt auch in Österreich wirken. +++