Start Klara kocht Klara macht einen auf Tex-Mex Italiano: Enchilada-Lasgane

Klara macht einen auf Tex-Mex Italiano: Enchilada-Lasgane

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Die Sache startete an einem dieser Abende, an denen der Hunger größer ist als die Geduld – und mein Kühlschrank verdächtig optimistisch dreinschaut: Ein paar Tortillas lagen da, als hätten sie auf ihren großen Auftritt gewartet. Daneben Hackfleisch, Bohnen, eine Dose Mais und Käse, der still und würdevoll ahnte, dass er wohl bald zu schmelzen haben würde. Heute, dachte ich, heute wird geschichtet statt gerollt. Und so war die Idee der Enchilada-Lasagne geboren – halb Mexiko, ein wenig Texas, halb Italien, das ergibt ganz großes Glück für die Geschmacksknospen. Tex-Mex Italiano, sozusagen. Und selbiges geht so:

Zuerst brate ich das Hackfleisch in einer großen Pfanne an, bis es krümelig ist und herrlich duftet. Eine gewürfelte Zwiebel gesellt sich dazu, ein wenig Knoblauch. Denn der passt fast immer. Dann kommen Bohnen und Mais hinein, gefolgt von einer Dose stückiger Tomaten. Jetzt wird gewürzt: Kreuzkümmel, Paprikapulver, Chili nach Mut und Laune, Salz und Pfeffer. Die Mischung blubbert leise vor sich hin, als würde sie eine Geschichte erzählen, die von viel Sonne fabuliert.

Währenddessen rühre ich eine schnelle Sauce: etwas Crème fraîche oder Sauerrahm, vermischt mit einem Spritzer Limettensaft und einer Prise Salz. Frisch, leicht säuerlich – der Gegenpol zur würzigen Füllung. Der Ofen heizt sich derweil auf 180 Grad vor, als würde er sich schon die Hände reiben.

Dann beginnt das Schichten und Schlichten, dieser fast meditative Moment: Eine Auflaufform, ein Löffel Fleischmischung, darauf eine Tortilla. Dann wieder Füllung, ein Klecks Sauce, ein wenig geriebener Käse. Schicht für Schicht wächst die Lasagne, bis sie stolz und ein wenig wackelig am Rand der Form steht. Oben drauf noch einmal Käse – großzügig, versteht sich. Käse kennt keine falsche Bescheidenheit.

Im Ofen verwandelt sich alles für etwa 25 Minuten in ein kleines Wunder. Der Käse wird goldbraun, die Ränder leicht knusprig, und der Duft… ach, der Duft. Der ist wie eine Einladung, die man unmöglich ablehnen kann. Wenn ich die Lasagne schließlich anschneide, fließen die Schichten ineinander wie eine gute Story, bei der man nicht mehr weiß, wo sie angefangen hat – nur, dass man mittendrin sein möchte. Ein bisschen frischer Koriander oben drauf, vielleicht ein paar Avocadoscheiben, und dann: genießen.

Und während ich den ersten Bissen nehme, überlege ich mir, dass Kochen manchmal genau das ist: Ein kleines Abenteuer, gezimmert aus dem, was gerade da ist. Und ein ziemlich köstliches noch dazu. +++