Start Fritzfood Konstantin kocht: einen duftenden Sonntags-Rollbraten

Konstantin kocht: einen duftenden Sonntags-Rollbraten

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Ich verfüge ja in Mondsee, wo ich zu Hause bin, über eine ganze Reihe von Freunden, vor allem versorgt mich der Chefredakteur dieses Blogs immer mit News aus der Kombüse seines Segelclubs. Dort gab es gestern, so wurde mir zugetragen, faschierten Rollbraten mit Kartoffelpüree – die Sache soll allen ausgezeichnet gemundet haben. Also dachte ich mir, du klaust dir einfach die Idee und kochst das heute auch.

Gesagt, gekocht: Die Sonne lugte durchs Küchenfenster, der Kaffee dampfte leise, und meine Schürze – ein Erbstück von Oma – flatterte wie eine Fahne des guten Geschmacks. Heute sollte es ihn geben: den faschierten Rollbraten mit Kartoffelpüree. Ein Gericht, das nach Geborgenheit schmeckt und nach Erinnerungen duftet.

Ich begann mit dem Fleisch. 800 Gramm gemischtes Faschiertes, fein gewürzt mit Salz, Pfeffer, etwas Muskat, Majoran und einem Hauch Knoblauch. In einer Schüssel warteten außerdem ein eingeweichtes Semmelstück, zwei Eier, Senf und fein gehackte Petersilie. Alles vermischte ich zu einer geschmeidigen Masse, während im Hintergrund leise Jazzmusik lief. Für den Kern schnitt ich gekochte Eier in Hälften, die später wie ein verborgenes Juwel im Braten glänzen sollten.

Auf Backpapier rollte ich das Fleisch flach aus – wie eine kulinarische Leinwand – legte die Eier mittig darauf und rollte das Ganze vorsichtig ein. Ich umschlang den Braten mit Speckstreifen, wie man einen Liebesbrief mit einer Schleife versieht, und legte ihn in eine ofenfeste Form. Etwas Rindsuppe, ein Schuss Rotwein und ein paar Zwiebelspalten durften nicht fehlen. Dann: ab in den Ofen, bei 180 Grad für etwa 70 Minuten.

Während der Braten goldbraun wurde, widmete ich mich dem Kartoffelpüree. Ein Kilo mehlig kochende Erdäpfel – geschält, gekocht, zerstampft. Dann Butter, Milch, Salz, Muskatnuss. Kein Schnickschnack, nur ehrliche Aromen. Cremig sollte es sein, fast wie ein Kissen für den Braten.

Als ich ihn schließlich aus dem Ofen holte, dampfte er wie ein Gedicht. Der Speck knusprig, das Fleisch zart, die Füllung ein stilles Versprechen. Ich schnitt eine Scheibe ab, legte sie auf das Püree, goss etwas der Sauce darüber – und wusste: Das ist kein Rezept, das ist ein Gefühl.

Wer dieses Gericht nachkocht, zaubert nicht nur ein Essen auf den Tisch, sondern einen Moment zum Innehalten. Zum Genießen. Zum Lieben.

Gutes Gelingen – und einen duftenden Sonntag!