Ich weiß, meine lieben Blogleserinnen und Blogleser, ich habe euch hier sehr lange Zeit nichts mehr miaut. Fast ein Jahr lang nicht, und damit meine ich keine Katzenjahre, sondern eure, diese Menschenjahre, die sind ja viel länger. Ich weiß, ihr wollt jetzt natürlich wissen, was los war. Nun ja, ganz schön viel einerseits, andererseits aber dann halt doch auch wieder nicht. Ich hatte nach meinem letzten Blogpost alle Pfoten voll zu tun, der kleinen Lini das Einleben beim Mitbewohner und mir so angenehm wie möglich zu machen, ich geb euch da jetzt ein kurzes Update: Der Kleinen geht’s super gut, sie hat uns lieb und der Mitbewohner und ich, wir haben sie auch lieb.

Ich bin zwar nicht ganz einverstanden damit, dass sie mich manchmal respektlos behandelt, ich meine, ich bin ja immerhin der Catking. Da kann sie hundertmal meine Prinzessin sein, dass sie zum Beispiel immer wieder einmal El Birno zu mir miaut, ist nicht nett. Sie hat das wohl daher, dass ich manchmal im Sitzen ein wenig den Eindruck erwecke, dass …, nun ja. Ihr könnt es euch vielleicht eh vorstellen, wenn ihr das Bild links anschaut. Doch ich vermiaue euch: Das sieht nur so aus. Weil ich halt, wie das bei uns Katern mit Norwegischen-Waldkatzen-Genen eben so ist, ein super schrödidichtes, langes Fell hab. Drunter bin ich rank, schlank, muskulös und topfit. Und Stichwort Birne: Das Quietschi soll vor der eigenen Türe miauen. Weil die hat einen Kugelbauch, das ist nicht mehr fein. Wir hatten Ende 2025 ordentlich Stress deswegen, der Mitbewohner und ich. Meine Frau Doktor am Mondsee – genau genommen hat sie ihre Praxis auf einem Bauernhof am Irrsee, aber wer kennt den schon – hat dieses Kugeldings, das Lini da mit sich herumschleppt, bei einer Routineuntersuchung gesehen und die Vorderpfoten über dem Kopf zusammengeschlagen. Der Mitbewohner hatte ganz schon viel Mühe, der Frau Doktor zu versichern, dass die Lini keine Babies kriegt. Kann sie ja gar nicht, hat er immer wiederholt, sie ist ja kastriert! Bis die Frau Doktor es ihm schließlich geglaubt hat. Aber normal ist das definitiv nicht, hat sie gesagt und ihren Kopf geschüttelt.

Dann hat sie Lini mit so einem Dingsbums abgehört, hat an ihr herumgedrückt und nichts gefunden. Sie hat gesagt, der Mitbewohner muss bei der Lini eine Ultraknallsuchung oder sowas ähnliches machen, ich kenn mich da nicht so aus. Weil irgendwas muss da sein, hat sie gesagt. Naja, und weil wir ja bald in unsere Winterwohnung nach Graz übersiedeln wollten, hat der Mitbewohner mir erklärt, dass wir das dann in Graz machen und dass die Wartezeit bis dahin wahrscheinlich eh wurscht ist, weil die Lini ja überhaupt keine Beschwerden hat. Beim Wort wurscht hab ich natürlich sofort genau meine Waldkaterohren gespitzt. Sonst lass ich den Mitbewohner ja immer reden und hör oft gar nicht so genau hin, weil was der immer alles für Menschenzeugs daher plappert, da kann dir als Kater schon einmal das Gähnen kommen. Aber bei wurscht hab ich geglaubt, ich bekomme ein Blatt Schinken. Irrtum leider, dieses wurscht muss sowas ähnliches bedeuten wie ein gleichgültiges Miiaaaauuuu oder so. Jedenfalls, in Graz hat sich der Mitbewohner dann schon ordentlich Sorgen gemacht und ist mit der Lini in eine Tierklinik gefahren, wo sie sogar eine eigene Katzen-Interministin oder sowas in der Art haben. Und wie sie dann wieder zu Hause waren, hat der Mitbewohner mir erzählt, dass die auch ganz besorgt geschaut hat, wie sie das Kugelbaucherl von der Lini gesehen hat.
Ojehojeh, hat sie angeblich gesagt und den Mitbewohner hat gleich die Angst gepackt. Das deutet auf Wasser im Bauch hin, hat die Interministin weiter erklärt, und das wiederum heißt, Ihre Lini hat ein Herzproblem. Dem Mitbewohner sind vor Schreck gleich die Tränen gekommen, das Weichei muss wirklich ein wenig an seiner Contenance arbeiten. Jedenfalls, die Interministin hat dann sofort mit so einem komischen Dings die Ultraknallsuchung gemacht und Mhmm und Ahaa und Ohoo und so weiter gemurmelt, dass dem Mitbewohner ganz anders geworden ist. Und dann, stellt euch vor, hat sie zum Mitbewohner gesagt:
Nichts. Absolut nichts. Ihre Katze ist vollkommen gesund, sie hat halt nur einen Kugelbauch, das ist zwar selten und seltsam, aber meine Güte. Sonst hat sie gar nichts, Gott sei Dank.
Der Mitbewohner hat mir erzählt, am liebsten hätte er die Interministin umarmt vor lauter Freude, aber er hat sich nicht getraut. Außerdem hat er gesehen, wie sie sein eigenes stattliches Bäucherl angeschaut hat. Hat sich wohl gedacht, hat der Mitbewohner mich angegrinst, wie sie meinen Wanst und den Kugebauch von der Lini gesehen hat, das liegt bei denen in der Familie. Ich hab mir dazu vorsichtshalber jedes Miau verkniffen. Jedenfalls, meiner Freundin Lini geht’s gut, sie hat halt einfach einen ordentlich Bauch. Frisst ja auch immer noch wie ein Scheunendrescher, die Kleine.

Aber ich wollte euch ja eigentlich miauen, was es so alles zu tun gab in den vergangenen Monaten. Nun, ich war wirklich schwer damit beschäftigt, mich von allen möglichen Frauen locken zu lassen. Ich bin ein echter Womanizer, sagt der Mitbewohner immer – jede Frau, die mich sieht, will mich gleich hochheben, also locken. Ich weiß zwar nicht genau, was das ist, ein Womanizer, aber der Mitbewohner hat da so einen Unterton in der Stimme gehabt, als würde er mich beneiden. Muss also was Cooles sein. Jedenfalls, dauernd werde ich gelockt. Ich genieße das sehr. Zum Beispiel war einmal die Ferienhotel-Michi aus Krems, die ja meine allerliebste Freundin ist, mit ihrem Freund Roland auf Besuch, und die hat mich gelockt auf Teufel komm raus. Oder die Shiva aus meinem Segelclub in Mondsee mit ihrer Enkelin Mia. Oder die Giulia, die mit ihrem Freund John bei uns in Graz im 3. Stock wohnt, die lockt mich auch immer. Oder die Valentina, das Patenkind von meinem Mitbewohner, die auch. Und so weiter. Ihr könnt euch das viele Locken eh auf den Cartoons genauer anschauen, die hier zu bewundern sind. Das sind oben meine Freundin Michi, unten Shiva mit Mia, und ganz unten John und Giulia, wie sie mich alle locken. Da geht ganz schön viel Zeit drauf mit der ganzen Lockerei, miau ich euch. Naja, und so hatte ich halt nie die Muße, meinem Ghostmiauer was zu diktieren, damit ihr auf dem Laufenden bleibt. Aber jetzt ist es eh soweit.

Also, diese Cartoons. Wollt ihr wissen, wie es zu denen gekommen ist? Der Mitbewohner denkt schon die ganze Zeit darüber nach, meine Abenteuer in einem Buch für kleine und große Kinder, wie er sagt, aufzuschreiben. Und da braucht es halt Bilder dazu und einen Illustrator, was auch immer das jetzt schon wieder sein soll. Den kann er sich aber nicht leisten. Unglaublich, wie viel Geld die alle haben wollen, sagt er. Also ist er auf die Idee gekommen, so ein seltsames Etwas, das es seit einiger Zeit angeblich gibt, von dem ich aber keine nähere Ahnung hab, mit dem Zeichnen der Cartoons zu beauftragen. Tschppidiiideppidiii oder so heißt es, was weiß ich. Eure Menschen-Sachen haben ehrlich gesagt alle ziemlich komplizierte Namen. Bei uns im Katzen-Universum heißen die Dinge einfach Miau und jeder kennt sich aus. Jedenfalls, dieses Tscheppii … naja, eh egal, hat gleich losgelegt und die Testergebnisse sind viel versprechend, oder? Was meint ihr?

Ich bin ganz stolz, wenn ich auf den Cartoons sehe, was für ein superschöner Kater ich bin. Und ich hab eine riesen Schrödifreude mit den Cartoons. Jetzt miau ich dem Mitbewohner dauernd, er soll dieses Buch endlich schreiben. Aber er macht sich noch Gedanken, ob ihm das auch möglichst viele Leute abkaufen werden. Daher, liebe Blogleser und Blogleserinnen: Ihr müsst mir ganz fest versprechen, dass ihr euch ein Exemplar kauft, sollte es dieses Buch tatsächlich einmal geben. Versprochen? Ich werde euer Exemplar auch jeweils persönlich mit einem Pfotenabdruck signieren, das miau ich euch!
So, das muss aber jetzt fürs erste einmal reichen mit den Informationen. Kurzzusammenfassung noch einmal: Mir geht’s super schrödigut und der Lini geht’s super linigut. Ihr hört bald wieder von mir, jetzt muss ich aber los in die Küche, weil demnächst gibt’s Abendessen und wenn ich da auch nur um ein Miau zu spät komme, hat das Quietschi bereits alles in seinen Kugelbauch transportiert und ich gehe leer aus … +++





