Fritz geht dem Rehböckerl an die Nieren

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    Eine guter Umgang mit dem Metzger des Vertrauens, nennen wir ihn der Einfachheit halber “MdV”, hat schon so seine Vorteile. Er kennt deine Vorlieben, weiß was du schätzt, und wird dir so manches Schmankerl zur Seite legen. So war es auch diesmal: Während ich sein umfangreiches Angebot begutachtete, holte der MdV aus einer Lade unter der Fleischtheke ein kleines Geschirr hervor. Es war ein Schatz, den er mir da anbot. Vier Stück Nieren vom Reh. Es ist ja nun Maibock-Zeit. Jetzt werden also die schwächeren Tiere geschossen, die sich zur Entwicklung eines gesunden und kräftigen Rehbestandes nicht unbedingt eignen.

    Also gibt es zur Vorspeise Rehnierchen. Dazu habe ich die Nieren in der Mitte auseinander geschnitten und die weißen Teile entfernt. Die Nieren kommen nun mit Buttermilch in eine Dose und über Nacht in den Kühlschrank. So geht es dann weiter: Zur Vorbereitung wird Speck in feine Streifen geschnitten. Frühlingszwiebel, vorgekochter grüner Spargel  in kleine Stücke schneiden und auf einem Teller zur Seite stellen. Streifen vom Mangold – bereits aus meinem Garten – dazugeben. Die Rehnieren in dickere Streifen schneiden und mit Küchenpapier trocknen.

    In einer Pfanne die Nierenstreifen in neutralem Öl scharf anbraten und auf einem warmen Teller zur Seite stellen. Speck, die Frühlingszwiebeln und Mangoldstreifen anbraten, mit einem Schuss Rotwein und Wild- oder Kalbs-Jus aufgießen. Mit Salz, Pfeffer, Rosmarin und Preiselbeeren würzen und kurz aufkochen. Spargelstücke und die Nierenstreifen dazugeben und etwas ziehen lassen.

    Servieren kann man dieses herrliche Gericht ganz schlicht mit einem Baguette. Schmeckt aber auch ganz exzellent auf einem Nest aus Linguini oder auf Süßkartoffelpüree.

    Dazu ein Glas samtigen Merlot kredenzen und der Start ins Dinner ist mehr als gelungen.

    Zur Hauptspeise gibt es noch ein schlichtes Rib-eye Steak. Ist ja ohnehin höchste Zeit, den Grill anzuwerfen und die Grillsaison anlaufen zu lassen. Das Steak habe ich mit Knoblauch, Rosmarin und Olivenöl mariniert und in Vakuumbeuteln für zwei Tage ziehen lassen. Und wieder gibt es Spargel dazu. Ein Gröstl aus weißem und grünen Spargel sowie Kartoffeln. Und einen Salat aus Pflücksalat, Giersch, Gundel-Rebe, Gänseblümchen und Kleeblüten, mariniert mit Olivenöl, Balsamico und Wipferlhonig. Das rundet die Sache ab.

    Damit wünsche ich euch einen schönen Sonntag und bleibt mir wohl gewogen,

    Euer Fritz