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Was ich mir vom Christkind wünsche

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Weihnachten, da wünschen wir uns alle etwas. Man könnte trefflich darüber streiten, ob es gut ist, wenn der Handel – fast – jedes Jahr über Rekordumsätze in der Vorweihnachtszeit jubelt. Ich glaube ja, das führt uns langfristig eher in die Verdammnis. Wir täten besser daran, uns immaterielle Dinge zu wünschen. Und – natürlich – Bücher. Denn Lesen ist Bildung. Und Bildung ist das einzige Zaubermittel, dass uns als Gesellschaft ebenso wie als Individuen weiter bringt, das das Beste in uns zum Vorschein bringt.

Ich wünsche mir heuer diese zwölf Dinge:

Respekt, Sorgfalt und Professionalität in den Medien: Persönlich wünsche ich mir, dass in den Redaktionsstuben wieder ein etwas respektvollerer Ton einzieht, dass Chefredakteure und Innen ihren Redaktionsmitgliedern und freien Autoren gegenüber sich wieder weniger wie rücksichtslose Narzissten und im schlimmeren Fall sogar wie Soziopathen benehmen, nur weil sie mit dem Druck nicht mehr klar kommen, der von den Verlagsleitungen auf sie ausgeübt wird. Von den Verlagen wünsche ich mir, dass sie wieder zu ihren verlegerischen Wurzeln finden und den emotionalen Pfad in Richtung Gebrauchtwagenhhändlertum verlassen. Dass sie darüber nachdenken und ihnen hoffentlich klar wird: Ein Medium ist ein Transportvehikel für Nachrichten, für Hilfestellung zum Erklären und Einordnen der Welt – und nicht eine Plattform zum Verkauf von Inseraten, auf der Nachrichten nur hilfreiches Beiwerk sind, egal ob echte oder falsche. Das ist, selbst von außen unschwer zu erkennen, den Denkern und Lenkern der meisten Medienhäuser nämlich ein wenig verloren gegangen. Und dieser Verlust hat eine Kettenreaktion des Drucks – Verleger auf Chefredakteure, Chefredakteure auf Redakteure und Redakteure auf Freie – in Gang gesetzt, die weder der Welt noch der Psychohygiene der Betroffenen gut tut. Würde Journalismus wieder von bereits halb verschütt gegangenen professionellen Rahmenbedingungen befeuert und nicht mehr hauptsächlich vom Blahblah von Markeitingfuzzis und aus professioneller Sicht bestenfalls halbgebildeten Medienmanagern, die sich in der Medienbranche heutzutage leider umtun – alles wäre wieder gut.

Mehr Warmherzigkeit: Dieses verdammte Internet hat uns die Höflichkeit, die Warmherzigkeit im Umgang miteinander, abtrainiert, ohne dass wir es gemerkt haben. Heute wähnen sich alle, selbst die größten Dünnbrettbohrer, im alleinigen Besitz der Wahrheit, weil ihnen die Algorithmen ihrer sozialen Blasen eine Einigkeit vorgaukeln, die es nicht gibt und die in Wahrheit bloß Engstirnigkeit ist. Vielfalt ist wichtig, andere Meinungen sind wertvoll, und darüber sprechen zu können ist eine Bereicherung. Das ist uns verloren gegangen. Stattdessen beschimpfen alle alle, die Wege zu Konsensen jeder Art sind mit undurchdringlichem Dornengestrüpp zugewuchert und Freundlichkeit, Vernunft, Mitgefühl, Augenmaß, Toleranz und Wohlwollen sind verschwunden, weil zugewachsen. Ich wünsche mir, dass alle Smartphones der Welt in einem Sekundenblitz verdampfen, dass wir uns wieder in die Augen sehen müssen, wenn wir miteinander sprechen. Dass die Welt wieder ein wenig langsamer, ein wenig menschlicher und eben ein wenig warmherziger wird.

Clear Horizons: Ich wünsche mir endlich wieder klare Lüfte, wolkenlose Himmel, und erkennbare Horizonte, nach denen man streben kann. Ich habe die Nebel der multiplen Krisen der vergangenen Jahre satt. Ich will nicht mehr über Covid-Impfungen, Inflation, gescheiterte Klima- oder EU-Gipfel, Drohnenangriffe und -abschüsse in der Ukraine oder sonstwo, über angeklagte Bundeskanzler oder verdächtigte Parlamentspräsidenten, nachdenken müssen. Sondern darüber, wo und wie ich das nächste Mal am besten und schönsten aufs Meer schauen kann.

Die Sackstraße, in die wir alle uns und die Welt manövriert haben, müssen wir wieder verlassen. Meinetwegen, wenn es gar nicht anders gehen sollte, auch durch den ganz großen Rums. Vielleicht ist es ja an der Zeit für das finale, reinigende Gewitter, für das Ende mit Schrecken statt den Schrecken ohne Ende.

Dann wird die Luft irgendwann wieder klar sein, und in einigen zehntausend Jahren, wenn die Radioaktivität sich verzogen hat, können dann neue Generationen, die Nachfahren der Nachfahren der paar Überlebenden eines Atomkrieges, der vielleicht ja tatsächlich bald einmal kommt, wieder neu anfangen. Wenn diese rassistischen Araber glauben, die jüdische Welt überall auf derselben in Schutt und Asche legen zu müssen, wenn die jüdischen Entscheidungsträger als Reaktion dasselbe tun, wenn der verrückte Despot im Kreml meint, souveräne Staaten überfallen zu müssen und man sich dagegen eben nur mit Waffengewalt wehren kann, wenn China irgendwann Taiwan angreift, wenn sich irgendwo immer wieder neue verblendete muslimische Dschihadisten zu Angst und Terror neu formieren, wenn offenkundig Geistesgestörte in zivilisierten Ländern zu politischen Führern gewählt werden – ja, dann könnte es leicht sein, dass irgendwann die ganze Welt wirklich zu brennen beginnt. Für diesen Fall wünsche ich mir, dass in ferner Zukunft aus der Asche Nachfahren, gescheiter geworden, Neues entstehen lassen und unser Planet irgendwann wieder blau wird. Und dass die Horizonte endlich wieder nebelfrei und klar sind. Viel besser wäre natürlich, und das würde ich mir wünschen, es wäre ohne diesen großen Rumsbums möglich.

Einen neuen Bundeskanzler: Das ist wohl der einzige Wunsch, der zweifellos in Erfüllung gehen wird. Denn 2024 wird gewählt. Und dass Karl Nehammer von den Österreicherinnen und Österreichern erstmals zum Bundeskanzler gewählt wird (wir erinnern uns – dass er derzeit Regierungschef ist, hat nicht der Wählerwille zu verantworten, sondern die Packelei der schwarzen und grünen Parteipolitiker), scheint ausgeschlossen. Nehammer, der so unglaublich viele Versäumnisse zu verantworten hat, so viele vergebene Chancen, ein so unglaublich großes Maß an Dilettantismus, und der außerdem den Feldwebel-Befehlston aus der Kaserne seines Reserveoffizier-Daseins permanent mit dem Tonfall eines umsichtigen Regierungschefs verwechselt, wird ziemlich sicher abtreten müssen. Die Gefahr ist allerdings groß, dass dann tatsächlich der indiskutable und dafür völlig ungeeignete Brandstifter Kickl ins Bundeskanzleramt einzieht und seine rechtsrechten FPÖ-Recken an die Macht kommen. Ein Albtraum.

Vernünftige Wähler: Daher wünsche ich mir vom Christkind etwas völlig Utopisches – ich wünsche mir endlich vernünftige österreichische Wählerinnen und Wähler. Dass man die FPÖ als Sammelbecken für Rechtsradikale, für alte und neue Nazis sowie für grundsätzlich Unintelligente aus generalpräventiven Überlegungen nicht wählen kann und darf, liegt auf der Hand. Schlimm genug, dass das womöglich für gut 30 Prozent der Landsleute immer noch nicht klar ist. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass in Österreich viel, viel, viel mehr in die Bildung investiert werden muss. Denn alle Studien, Umfragen und Analysen zeigen: Je niedriger der Bildungsgrad, desto höher die Zustimmung zur FPÖ. Anders gesagt: Je ungebildeter, desto FPÖ.

Ein Bildungs-Investitionspaket: Daher wünsche ich mir eine Regierung, die endlich in die Bildung investiert – und zwar richtig, richtig viel Geld. Fast könnte man sagen: Koste es, was es wolle. Hätten wir nur zehn Prozent jener rund 40 Milliarden, die von der immer noch im Dienst befindlichen Regierung für hirnlose Anti-Covid-Maßnahmen auf Steuerzahler-Rechnung verschleudert wurden, in die Bildung gesteckt und würden das ab sofort jedes Jahr tun – Österreich wäre endlich auf einem guten Weg, ein anderes, besseres Land zu werden. Kosten würde es uns auf lange Sicht übrigens nichts – denn anders als bei den Covid-Ausgaben wäre der Return on Investment über die Jahre ein positiver.

Einen vernünftigen Umgang mit Flüchtlingen: Wie es geht, zeigen die Möglichkeiten, die den Flüchtlingen aus der Ukraine zu Recht eingeräumt werden: Sie werden nach Kräften unterstützt, erhalten völlig unbürokratisch einen Aufenthaltstitel und Zugang zum Arbeitsmarkt. Österreich bekommt dafür hochqualifizierte Menschen und Arbeitskräfte. Viele von ihnen wollen, inzwischen zeigen das Untersuchungen, auch nach Kriegsende bleiben. Das ist gut für das Land. Schlecht für das Land ist die völlig falsch verstandene Toleranz, mit der die in diesem Punkt wohl von den weltverbesserischen Grünen getriebene Regierung rassistisch, kriminell und zerstörerisch wirkendes muslimisches Gesindel ins Land lässt. Menschen, die sich unter Vorspiegelung falscher Tatsachen in Österreich einschleichen, hier weder Regeln und schon gar nicht Gesetze beachten, die sich nicht und nicht an aufgeklärte westliche Normen halten wollen, gehören sofort wieder hinaus geworfen. Wer Fahnen verbrennt, Einheimische terrorisiert, mit Messern in den Taschen herumrennt und sie auch jederzeit zu zücken bereit ist, wer Frauen geringschätzig behandelt, wer sonstwie kriminell wird, wer sich unter keinen Umständen integrieren und etwas an die Gastfreundschaft der österreichischen Gesellschaft zurückgeben will, der soll sofort wieder verschwinden müssen. Da wünsche ich mir eine viel strengere Einwanderungskontrolle, eine Nulltoleranz-Politik. Vor allem die Grünen, das wünsche ich mir auch, sollten Einwanderern gegenüber, die sich partout nicht integrieren wollen, dieselbe Intoleranz an den Tag legen, wie sie es allen Österreicherinnen und Österreichern gegenüber tun, die nicht ihrer Meinung sind.

Das Ende der Religionen: Denn sie sind die Pest. Was früher die Christen mit ihren Kreuzzügen verbrochen haben, das verbrechen heute kriminelle Moslems mit ihren terroristischen Gruppierungen, ihren Parallelgesellschaften, ihren ebenso hirnrissigen wie verbrecherischen Bestrebungen, allen Andersdenkenden, vor allem Juden und Christen, am liebsten die Kehlen durchzuschneiden. Wie brauchen hierzulande endlich eine moderne, aufgeklärte, säkulare Gesellschaft, in der religiöse Einstellungen aus dem Mittelalter nichts verloren haben. Islamistische ebensowenig wie christliche, buddhistische oder sonst welche sektiererischen Umtriebe. Statt den Verbreitern sinnloser religiöser Trugbilder auf den Leim zu gehen, sollten wir lieber danach trachten, gescheiter, sozialer, wohlwollender, respektvoller und weniger bösartig miteinander umzugehen. Religionen benötigen wir dazu nicht. Religionen sind die Pest. Weg mit ihnen. Das wünsche ich mir, gerade zu Weihnachten.

Freiheit für Schrödinger: Für den Jungkater Schrödinger – Sie können sein Blog hier lesen – wünsche ich mir, dass der Mitbewohner, mit dem er sich das Zuhause teilt, im kommenden Jahr eine praktikable Lösung findet, die es dem so überaus neugierigen und lebhaften Kater erlaubt, auch hinaus in einen Garten oder in die Natur zu gehen. Derzeit muss er mit einer kleinen Outdoor Chilling Area am Balkon vorlieb nehmen, die seine Bedürfnisse nicht wirklich erfüllt. Auch wenn Schrödinger das natürlich nicht weiß: Der Mitbewohner arbeitet daran, aber leicht ist es nicht – die finanziellen Mittel begrenzt, das Leben insgesamt feindlich, da musst du es trotz aller Fürsorge erst einmal zustande bringen, einem jungen Kater ein adäquates Zuhause zu bieten. Trotzdem geht es Schrödinger davon unabhängig ausgezeichnet, der Mitbewohner liebt ihn heiß und Schrödinger hat insgesamt ein gutes und schönes Leben. Hätte der Mitbewohner ihn nicht bei sich aufgenommen, wäre er im Tierheim gelandet – oder schlimmer noch: als Babykatze von einem Auto überfahren oder einem Hund totgebissen worden. Schrödinger hat es gut erwischt und das mit dem Freigang wird schon noch kommen – wie gesagt: hoffentlich 2024.

Die richtige Musik: 2023 war ein Jahr, das uns zwei der großartigsten Musiker genommen hat. Wie passend, dass der eine das ultimative Weihnachtslied geschrieben hat, und dass die andere das zweite ultimative Weihnachtslied so schön zu singen imstande ist, wie niemand sonst. Also wünsche ich mir vom Christkind, dass es Sie dazu bringt, unter dem Weihnachtsbaum heuer A fairy Tale of New York zu spielen, gesungen von Shane MacGowan im Duett mit Kirsty MacColl – und danach Stille Nacht, Heilige Nacht in der schönen englischen Version, gesungen von der unvergleichlichen Sinéad O’Connor.

Bücher: Ich wünsche mir, dass Sie alle sich heuer neben Wärme, Fürsorge, Höflichkeit und Wohlwollen nur mehr eines schenken: Bücher. Vergessen Sie den ganzen Elektroschrott, diese iditotischen Gutscheine, den Fetzen-Tand neuer, nicht benötigter Kleidung, das ganze Blingbling. Bücher sind das einzige Materielle, das wirklich wertvoll ist. Schenken Sie also Bücher. Und wenn das nicht reicht, dann schenken Sie dazu eben einfach auch noch Bücher. Außerdem Bücher. Dann werden Sie nichts falsch gemacht haben.

Und ich wünsche mir, dass Sie die schönsten aller denkbaren Weihnachten haben und einen möglichst wunderbaren Heiligen Abend verbringen! +++

 

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