Start Editor's Blog Herbsttour ohne Dach, Folge 2: Friaul und das Meer

Herbsttour ohne Dach, Folge 2: Friaul und das Meer

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Den Sommer noch im Kopf, den Winter vor der Türe – da zieht der Herbst uns in den Süden.

Das Dach nach hinten und Richtung Meer fahren: Das ist Best of Herbst. Wir Österreicher befinden uns da auf der Butterseite, unsere italienischen Nachbarn breiten mit dem Friaul einen ihrer lustvollsten Landstriche samt nördlicher Adria vor unserer Haustüre für uns aus. Wir steigen also ins Cabrio und nehmen die A2. Erst in Velden machen wir Station für eine Nacht – im Schlosshotel direkt am Wörther See.

Die wilde, wunderbare Soča in Slowenien mit ihrem tiefen Türkisgrün ist immer eine Pause wert.

Am nächsten Tag dann geht es so richtig los – über den Wurzenpass nach Slowenien, über Landstraßen nach Krajnska Gora, den bekannten slowenischen Schiort, der von hoch aufragenden Berggipfeln umrankt wird. Das Dach bleibt von der ersten Sekunde an offen, den wir wollen den Duft der Karawanken und Julischen Alpen riechen. Auf uns wartet das Soča-Tal. Die Soča, dieser in Slowenien noch tiefgrüne Fluss, wie aus einem Gebirgstalmärchen gezeichnet, verfügt an ihrem slowenischen Lauf über eine Schönheit und Wildheit, die sie später im Italienischen als „Isonzo“ leider völlig verliert. Der Isonzo ist dann nicht viel mehr als nur noch eine braune Brühe.

Dann kommen Serpentinen ohne Ende, die man sich diverse Pässe hinauf schlängelt, hinüber nach Italien, nach Goricia, über kaum befahrene Straßen. Wir strömen weiter ins Castello di Spessa, ein Schlösschen, umsäumt von Weingärten und einem Golfplatz, sehr pittoresk in die friulanische Landschaft gesetzt. Hier quartieren wir uns ein, hier freuen wir uns auf das abendliche Dinner im Schlossrestaurant. Weil wir schlau waren, haben wir die gGolfbags mitgenommen, vielleicht geht sich ja zwischendrin auch eine Runde auf dem feinen Schlosskurs aus.

Die Golfbags sind im Gepäck, vielleicht geht sich eine Runde ums Castello di Spessa aus.

Nächsten Tag Fahrt über friulanische Landstraßen ein klitzekleines Stückchen zurück hinauf in den Norden, wenige Kilometer nur, nach Cividale. Wir parken uns irgendwo unweit des Zentrums ein, spazieren zum Hauptplatz und genehmigen uns dort in einer der kleinen Bars einen Campari Soda. Oder so. Dann: Grado, dieses wunderbare Lagunenstädtchen, traditioneller Sehnsuchtsort von uns Österreichern. Grado verfügt über die altstädtischste aller italienischen kleinen Altstädte in der Nähe zu Österreich. Diese verwinkelten Gassen und Plätze, diese Italianità, die zwischen und über allem schwebt, wir sind wieder einmal hingerissen. Aber wir reißen uns auch los von dieser verschlungenen Miniatur und treten hinaus auf die Seepromenade: Das Meer, da ist es. Es verfrachtet ein wenig Weite in unseren Kopf, es lüftet uns durch, genau das brauchen wir im Herbst. Von drüben grüßt Triest übers Wasser. Kommt noch.

Der Frühstücks-Blick von der Riviera-Terrasse auf den Golf ist einzigartig.

Zuerst die Strada Costiera entlang, eine der schönsten Küstenstraßen Europas, und das praktisch vor unserer Haustüre. Viel zu selten unternehmen wir die Tour hierher, überlegen wir uns – und bestaunen zum hundertsten Mal die Austernbänke, die ihre Schnüre hinunter ins Wasser des Feinripps des Golfs von Triest fallen lassen. Dann scharf rechts abbiegen zum Hotel „Riviera e Maximilian´s“, unserem Hotel-Liebling vor Ort, direkt am Karst-Abbruch. Vor dem Essen machen wir noch einen kleinen Abstecher die paar Kilometer hinüber und hinunter in den Mini-Hafen von Dino, unsere Mission: Einem der bezauberndsten Sonnenuntergänge, die man in Mitteleuropa erleben kann, beim Stattfinden zuzusehen. Wunderbar, einzigartig. Dann retour ins Riviera, dort essen wir zu Abend und schlafen mit dem Blick auf den Golf ein.

Vierter Tag, Heimfahrt. Nach dem Frühstück zuckeln wir nach Triest, bummeln, machen Shopping – je nachdem, was unser Cabrio-Kofferraum hergibt. Jedenfalls aber besuchen wir die Gran Malabar an der Piazza San Giovanni. Danach bleibt das Dach zu, denn das Getöse slowenischer Autobahnen wollen wir nicht im Wagen. Im Laibacher Kult-Café „Cacao“ genehmigen wir uns ein Eis, zwei Stunden später fallen wir in Graz ein – Abendessen im „El Pescador“ gleich hinter dem Hauptplatz. Dann geht´s zurück nach Wien. +++

 Facts & Infos 

Die Tour:

Wien – Velden – Krajnska Gora – Castello di Spessa – Cividale – Grado – Grignano – Triest – Laibach – Graz – Wien

Die Web-Adressen: 

www.luxuryliving.co.at | www.krajnskagora.si | www.castellodispessa.it | www.cividale.com | www.grado.it | www.rivieramax.eu |www.veitheinichen.com/de/luogo/gran-malabar-triest | www.cacao.si | www.elpescador.at