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Herbsttour ohne Dach: Salzkammergut

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Wir strömen durch die charmanteste Gegend Österreichs, die Ufer von alles in allem acht Seen entlang.

Das Salzkammergut ist der Donauwalzer unter Österreichs charmanten Gegenden. Es tänzelt durch das Jahr, als wäre es ein Blatt, das von Lüften umschmeichelt wird. Es dreht Pirouetten um die Menschen. Kein Wunder, dass uns eine Cabrio-Tour genau dorthin führt. Wir borgen uns einen blauen Fiat Spider aus und starten los.

Das Klosterhotel “Das Traunsee”, ein feines Refugium am Wasser.

Die Westautobahn ist ein Übel. Doch man benötigt sie, um überhaupt einmal in die Nähe des Salzkammergutes zu kommen. Ab Linz dann stanzt die Herbstsonne vor uns den Traunstein aus dem Dunst, ein monumentaler Klotz, der immer größer wird bis er sich breit vor der Windschutzscheibe aufbaut. Dann heißt es: die Abfahrt Gmunden nicht verpassen, Dach auf. Freundlicher Herbstduft plätschert in den Wagen, wir fahren das Westufer entlang bis nach Traunkirchen, dort wartet unser erstes Etappenziel, das Hotel „Das Traunsee“. Dort speisen wir zu Abend, dort nächtigen wir. Zuvor setzen wir uns ans Wasser und schauen auf den See. Das wirkt: Zufrieden schlafen wir ein.

Der Kreuzstein am Mondsee ist nicht nur am Abend einen Besuch wert.

Nirgendwo sonst im Land liegen so viele so schöne Seen so eng beisammen. Unser zweiter Tour-Tag bringt uns zu den meisten von ihnen: Wir fahren zunächst ein paar Kilometer retour in Richtung Altmünster und nehmen schließlich den Bergrücken linkerhand hinüber zum Attersee. Eine nette kleine Höhenstraße, wir schnuppern zum ersten Mal ausgiebig die Salzkammergutluft und stoßen dann hinunter zum Attersee. Bei Weyregg beginnen wir seine Umrundung im Norden: Schörfling, Seewalchen, Nussdorf, Unterach – eine nette Uferstraße, oft direkt am Wasser, als könnten wir die Boote an ihren Bojen aus dem Auto heraus anstupsen. Nach Unterach strömen wir dann die zwei, drei Kilometer zum Mondsee hinüber und biegen direkt beim Seebeginn nach links ab, damit wir sein Südwestufer entlang zum Ort Mondsee fahren können, zunächst im Schatten des bizarren Schafberges, dann unter der Drachenwand. Vor der Tunneleinfahrt durch die Kienbergwände halten wir, setzen uns ans Ufer und bestaunen den Kreuzstein.  Dann weiter nach Mondsee, den Ort lassen wir aber links liegen und fahren die paar hundert Meter weiter zum Yachtclub. Im ersten Stock: das „Seecafé,“ wo wir direkt am Wasser zu Mittag essen, Aug in Aug mit den Segelbooten.

Kaffee und Kuchen beim Zauner in Bad Ischl.

Wir steuern das Örtchen Thalghau an und trollen uns über den nächsten Bergrücken zum Fuschlsee. Die pittoresken Häuser ringsherum spiegeln sich in der blitzblauen Motorhaube, Radrennfahrer treten sich tapfer durch die Gegend. Steil fällt die Straße unter dem Wartenfels ins schmucke Örtchen Fuschl ab. Nächster Bergrücken, dahinter wartet der Wolfgangsee. Entweder ein Kaffee im Weißen Rössl in St. Wolfgang oder Weiterfahrt nach Bad Ischl zu Kaffee und Torte beim Zauner. Dann an Bad Goisern vorbei Richtung Aussee, und zwar die Strecke über den Koppenpass. Bald öffnet sich das liebliche Ausseerland, wir treffen in Altaussee ein. Übernachtung in der “Seevilla”, Abendessen in einem der rührigen Restaurants im Ort.

Der Tag der Heimreise startet mit einem Spaziergang um den See und einer Jause in der Jagdhütte hinten in der „Seewiesn“. Nicht im großen und pompösen Holzbau, den Milliardär Mateschitz noch zu Lebzeiten in die schöne Moorlandschaft der Seewiesn stellen ließ, sondern daneben in der kleinen, der ursprünglichen, der echten “Jagdhüttn”. Die, die James Bond im Film “Spectre” in die Luft sprengte. Wir entspannen uns ein wenig und nehmen dann das Linienschiff zurück nach Altaussee. Vor uns liegt die Heimfahrt durchs steirische Gesäuse und dann durchs südliche Niederösterreich mit Abendessen in Lunz am See. Treffen wir schließlich spätabends in Wien ein, sind wir müde, aber entspannt.

Wir haben das Salzkammergut gesehen, wir haben uns von ihm umtanzen lassen, wir haben den Herbst zelebriert. +++