Start Siegls Senf Warum die Politik endlich massive Hürden gegen die Kampfhundhaltung schaffen sollte

Warum die Politik endlich massive Hürden gegen die Kampfhundhaltung schaffen sollte

219
0

Joggen kann Ihrer Gesundheit schaden. Vor allem, wenn Sie Ihr Laufweg in die Nähe eines Kampfhundes führt. Wie unlängst in Oberösterreich, wo ein American Staffordshire Terrier eine Nachbarin beim Joggen anfiel.

Es ist mittlerweile hinlänglich bekannt, welche Hunde besonders gefährlich sind. Kampfhunde, Listenhunde. Wenn jemand absichtlich einen solchen halten will, ist die Frage nach dem Motiv durchaus berechtigt. Wenn sich jemand eine Schrotflinte anschaffen will, wird ja auch gefragt, warum. Und für die pure Hundeliebe muss es kein Hund sein, der, obwohl angeleint, von einer 37-jährigen nicht mehr festgehalten werden kann, und dann eine Joggerin bis zur Unkenntlichkeit zerfleischt. Die amtshandelnden Polizisten brauchten ob des Anblicks der Leiche anschließend psychologische Betreuung.

Die Argumente der Hunde-Befürworter sind bekannt. Es ist nie der Hund schuld. Aber auch wenn der Fehler beim Halter oder der Halterin liegt, es ist ein Unterschied, ob ein Chihuahua oder ein Rottweiler auf einen losgeht. 2009 musste sogar ein professioneller Hundeführer zusehen, wie sein Rottweiler im Vorzimmer seine einjährige Tochter tötete. Kleinkinder passen – wie Jogger – gut ins Beuteschema eines Hundes. Eifersucht im Familienverband spielt angeblich auch oft eine Rolle.

Es wäre höchst an der Zeit, die Hürden für ein Halten eines Kampfhundes massiv nach oben zu schrauben: Psychologische Überprüfung des Hundehalters und seiner Motive für die Anschaffung eines solchen Hundes, lange, kostenpflichtige Schulungen, permanente Leinen- und Beißkorbpflicht in der Öffentlichkeit, wiederkehrende behördliche Überprüfungen für artgerechte Haltung zum Beispiel. Die kurze Leine für Kampfhundehalter eben. Ein generelles Verbot wäre auch eine Lösung – und auch noch die deutlich einfachere in der Administrierung. Und das bitte in ganz Österreich – neun verschiedene Hundehaltegesetze braucht das Land sicherlich nicht. Ein American Staffordshire Terrier verhält sich in Oberösterreich nicht anders als in der Steiermark.

Und wenn jemand schon unbedingt ein Raubtier im Haus haben will – Katzen sind höchstens eine Gefahr für die eigenen Polstermöbel, aber sie töten keine Menschen. +++