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Ein wenig magisch: Der Kreuzstein am Mondsee

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Auf den ersten Blick fällt dieser kleine Ort gar nicht auf, denn es gibt rundherum viel zu schauen – außerdem führt die Uferstraße gerade in einen Tunnel, das lenkt den Blick ab.

Aber der Kreuzstein am östlichen Ende des Mondsees – dort, wo er richtig schmal wird – der ist etwas besonderes. Ein Felsblock einige Meter vom Ufer entfernt im seichten Wasser, und an seiner oberen, flachen Seite, haben die Mondseeländer, wer weiß wann, zwei Kreuze einbetoniert. Jetzt steht er da, der Stein, wie ein kleines Trutzzeichen gegen wen oder was auch immer. Am Ufer gibt es ein wenig Platz zum ausbreiten von vier oder fünf Handtüchern, und wer um dieses kleine, öffentliche Badeplätzchen Bescheid weiß, kann es nützen. Der Felsblock trägt ein senkrecht aufragendes christliches Kreuz aus Stein, das dem Block wohl seinen Namen gab, sowie daneben ein kleineres schräg stehendes heidnisches Belebungskreuz aus Eisen. Der Kreuzstein gab seinen Namen auch dem gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Sankt Gilgen sowie dem Wasserfall am nahen Altersbach.

Der Straßenlärm darf einen nicht stören, auch nicht die lauten deutschen Touristen und die noch viel unverschämter lauten Asylsuchenden aus Salzburg, die hier an den südöstlichen Ufern des Mondsees an jedem Sommerwochenende einfallen, ihren halben Hausrat mitbringen, trotz Feuerverbot grillen und dann am frühen Abend, wenn sie abziehen, ihren ganzen Dreck zurücklassen. Sollen die Österreicher wegräumen, mögen sie sich denken, die tagsüber vertrieben werden, wenn nötig auch unter Androhung von Gewalt. (Die zugständische Polizei in St. Gilgen unternimmt nichts – wohl weil man froh ist, dass sich das Gesindel drüben am Mondsee, hinter dem Schafberg, umtut und den eigenen Wolfgangsee verschont). Klein Istanbul, sagen die Einheimischen längst zu diesem Uferabschnitt und halten sich wohlweislich fern, denn sie wissen: Dort ist man unerwünscht und für Frauen, die einen normalen Badeanzug oder gar einen Bikini statt Burka tragen, ist der Aufenthalt womöglich sogar gefährlich.

Aber abends dann, wenn die Sonne sich ans Untergehen macht, wenn die wilden Horden abgezogen sind, dann ist der kleine Platz beim Kreuzstein magisch. Über ihm wechselt die Farbe des Himmels von violetten Blauorange des Abends im Westen zum tiefen Schwarz im Osten, einfach nur schön. Der See ist dann zumeist still, tiefgrün, und in dieser Zeit, kurz vor Einbruch der blauen Stunde, hinüber ans nahe andere Ufer und wieder zurück zu schwimmen, das hat was. +++

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