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Kein Grund, vom Gas zu gehen

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Die OMV hat im Weinviertel den größten heimischen Gasvorrat seit 40 Jahren entdeckt. Man sollte sich gehörig darüber freuen und nicht wie der Umwelt-Dachverband und andere Öko-Aktivisten automatisch dagegen sein, dass bald gebohrt werden soll.

Noch immer bezieht Österreich mehrheitlich sein Gas aus Russland. Außer Ungarn ist mittlerweile kein EU-Land ein so guter Gaskunde bei Wladimir Putin. Die New York Times ortete in Österreich eine der „russlandfreundlichsten Regierungen“ und der britische Economist stufte Österreich gar auf Platz 2 der „nützlichsten Idioten Putins“ in Europa ein. Höchste Zeit also, endlich entschlossener zu handeln. Was aber an die Stelle des nur langsam rückläufigen Russland-Anteils treten soll, ist noch immer unklar. Heimisches Gas aus Molln oder aus dem Weinviertel könnte dazu seinen Beitrag liefern.

Es sind nicht nur die 800.000 Gasheizungen in heimischen Haushalten, die weiterbetrieben werden müssen, und deren Zahl nur langsam zurückgeht. Installateure bekommen Lachanfälle, wenn man sie mit der gesetzlichen Vorgabe des Komplettausstiegs aus Gasheizungen innerhalb der nächsten 16 Jahre konfrontiert. Für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen – also Gas, Öl und Kohle – müssten pro Jahr etwa 90.000 Heizsysteme komplett getauscht werden. Allein angesichts des Personalmangels ist das völlig illusorisch.

Vor allem aber ist es die Energiewende selbst, die den Gasverbrauch steigern wird. So seltsam das auf den ersten Blick klingt. Alle Pläne für die Dekarbonisierung der Stromproduktion bedingen mangels Atomstroms einen massiven Ausbau der Gaskapazitäten für den Ausgleich der stark schwankenden Stromerzeugung aus Wind- und Sonnenenergie. Mit Sonne und Wind, so wichtig sie sein mögen, lässt sich kein stabiles Stromnetz betreiben. So lange keine Speicher zur Verfügung stehen, braucht man für dunkle und windstille Zeiten schnell regelbare Ausgleichskraftwerke.

Es ist völliges Wunschdenken, dass Batteriespeicher diese Rolle übernehmen könnten. Diese können vielleicht beitragen, die Ökostromlücken einer Nacht zu füllen. Aber die gewaltigen Stromüberschüsse des Sommers in den ökostromarmen Winter hinüberzuretten, funktioniert mit Batterien sicher nicht.

Der grüne Energieminister in Deutschland, Robert Habeck, plant deshalb 50 neue Gaskraftwerke, um die Energiewende umsetzen zu können. Das lässt sich in etwa 10:1 auf Österreich umlegen. Man kann also ohne die grüne Fundi-Brille leicht erkennen, dass Österreich weiter einen hohen Bedarf an Erdgas haben wird. Und je mehr davon aus dem eigenen Land kommt, desto besser. +++

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