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Kapitän Schrödinger

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Energie!, miaut Schrödinger sein Kommando an den Mitbewohner, unmittelbar nachdem er zum ersten Mal eine Pfote auf das Deck von dessen Segelboot gesetzt hat. Schrödinger wurde vom Mitbewohner zum Konsum ausreichend vieler Star-Trek-Folgen gezwungen um zu wissen, wie ein Kapitän zu agieren hat. Und dass Schrödinger das Kommando über die Blue Grape zu übernehmen gedenkt, daran lässt er von der ersten Sekunde an Bord an keine Zweifel aufkommen.

Kapitän Schrödinger meint mit seinem Kommando zwar natürlich nicht, das Crewmitglied Mitbewohner möge auslaufen und die Segel setzen, sondern man möge dafür sorgen, dass nun aus der Kombüse der Lunch für den Käptn serviert wird. Und zwar Schinken.

Schrödinger lässt durch die absichtliche Verursachung von Unordnung wenig Zweifel daran, dass ihm die Unordnung an Bord sehr missfällt.

Kombüse haben wir hier keine, gibt das Crewmitglied Mitbewohner zu bedenken, was Schrödinger missbilligend zur Kenntnis nimmt und sofort präventiv mit dem Zerbeißen der Großschot beginnt. Damit von Anfang an klargestellt ist, wo künftig der Bartl den Most holt und was geht und was nicht.

Schrödinger lässt bei seinem ersten Besuch auf der Blue Grape auch wenig Zweifel daran, wie sehr ihm die an Bord herrschende Unordnung missfällt. Das Crewmitglied Mitbewohner wird hier noch einiges zu lernen haben und Schrödinger demonstriert das geduldig, indem er das Chaos noch ein wenig chaotischer macht. Hinweis quasi, wohin sowas führen kann.

Als dann aber Besuch an Bord kommt – die Kinder des aktuellen Segelkurses im SCS Mondsee haben Schrödinger entdeckt und strömen heran, um dem Kommandokater ihre Referenz zu erweisen – zeigt Schrödinger sich selbstverständlich von seiner besten Seite.

Miaaaauu!, begrüßt er die Besucher.

Süüüüß!, begrüßen die Kinder den neuen Kapitän.

Nicht alle auf einmal, warnt das Crewmitglied Mitbewohner.

Energie!, miaut Schrödinger und meint damit: “Füttert mich!”

Dürfen wir ihn füttern?, fragen die Kinder.

Natürlich, resigniert das Crewmitglied Mitbewohner und teilt Katzensticks aus.

Die, von denen vor einer Stunde noch die Tierärztin in Anwesenheit Schrödingers erklärt hat, wie ungesund das Zeug für Katzen ist.

Miau!, hat Schrödinger das im Behandlungszimmer kommentiert und dem Mitbewohner durch Kratzen deutlich gemacht, dass er damit sagen will:

Kümmere dich gefälligst nicht um diesen Blödsinn.

Den Stich der Kombi-Impfung gegen alles, woran eine Katze erkranken könnte, hat Schrödinger danach tapfer ertragen. Ihm war klar: Will er an Bord der Blue Grape den Mondsee umsegeln, dann braucht es sowas. Man weiß ja nie, welche Tropenkrankheiten am südlichen Seeufer lauern. Und schließlich kann man als Kater die soziale Interaktion mit der einen oder anderen feurigen Katzenschönheit irgendeiner tropischen Insel dort unten im noch unerforschten Territorium nicht ausschließen, und da muss man sich halt vorsorglich vor was auch immer schützen. Selbst wenn es piekst.

(Schrödinger weiß noch nicht, dass es im Mondsee keine Inseln gibt und welche mit exotischen Katzenschönheiten schon gar nicht.)

Als die Kinder die Blue Grabe wieder verlassen haben und das Crewmitglied Mitbewohner sich zum Auslaufen bereit macht, miaut Schrödinger ein Machtwort:

Heute nicht. Basta.

In der SCS-Küche gibt es Schinken abzuholen, da muss Schrödinger sofort von Bord.

Denn aus der Küche des SCS, des Segelclub Schwarzindien Mondsee, den Schrödinger sich zum Zulaufen ausgesucht hat (ihm war vermutlich klar, dass er dort das Crewmitglied Mitbewohner vorfinden würde, das den kleinen Kater umstandslos ins Herz schließen und ihm einen Platz in der Wohngemeinschaft anbieten würde), winkt S mit einem Blatt Schinken.

Miau!, kommandiert Schrödinger und will dem Crewmitglied Mitbewohner damit natürlich sagen:

Wir gehen sofort von Bord, schaff mich gefälligst ohne Verzögerung in Reichweite des ausgestreckten Arms von S.

Aye Käptn!, antwortet das Crewmitglied Mitbewohner gehorsam. Was sonst auch. +++