Start Siegls Senf Wissenschaft ernst nehmen? Nicht bei Leonore Gewessler

Wissenschaft ernst nehmen? Nicht bei Leonore Gewessler

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“Die Wissenschaft wurde in der Coronakrise sehr ernst genommen – genau dasselbe brauchen wir in der Klimakrise”, sagte Umweltministerin Leonore Gewessler noch am 5. Juni dieses Jahres.

Nun liegt eine eindeutige Empfehlung der Wissenschaft vor. Alle maßgeblichen Uni-Rektoren haben sich ebenso wie Akademie der Wissenschaften oder die Leiter der Forschungseinrichtungen in einem gemeinsamen Brief glasklar positioniert. Hintergrund ist der Vorschlag der EU-Kommission, die neue Methode der Gentechnik, die Gen-Schere, in der Landwirtschaft zuzulassen.

Gen-Editierung ist ein hoch effizientes Werkzeug in der Forschung, da sie zum Verständnis der Genfunktionen beiträgt. Sie schafft neue Möglichkeiten bei der Heilung von Krankheiten, aber auch bei der Züchtung von Pflanzen, die produktiver, widerstandsfähiger, gesünder, verträglicher und an eine veränderte Umwelt angepasst sind. In fast 700 erforschten Beispielen in über 40 Pflanzenarten konnten durch die Gen-Editierung größere Schädlingsresistenzen, verbesserte Eiweiß- oder Fettsäurezusammensetzungen oder weniger unverträgliche Inhaltsstoffe erzielt werden. Weitere Züchtungsziele sind trocken- und hitzeresistentere Pflanzen mit weniger Bodenverbrauch und höherer Resilienz. Die Grüne Gentechnik kann also einen bedeutsamen Beitrag bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels und für eine nachhaltigere Landwirtschaft leisten“, so der offene Brief.

So eindeutig hört man Wissenschaft nicht oft kommunizieren. Es ging wohl auch einfacher, da es in den anderen Teilen der EU ebenso eindeutige Empfehlungen gibt. 

Und wie reagiert die österreichische Umweltministerin auf die eindeutige Empfehlung der Wissenschaft? „Ich halte den Verweis auf Nachhaltigkeit für ein vorgeschobenes Argument … Es geht darum, den Böden noch mehr Gewinn abzupressen“, so Gewessler im Ö-Morgenjournal. Deshalb werde es „deutlichen Gegenwind“ aus Österreich geben.

Selbst diesen populistischen und faktenfreien Reflex haben die Wissenschaflter vorausgesehen: „Unser Appell richtet sich an politische Entscheidungsträger:innen, Interessensvertretungen und NGOs: Eine ideologisch geführte Debatte schürt die Angst der Bürgerinnen und Bürger und spielt der Wissenschaftsfeindlichkeit in die Hände.“ Das kümmert die österreichische Umweltministerin offensichtlich nicht. Ängste schüren gehört für sie zum politischen Geschäftsmodell – schon seit ihrer Zeit als Geschäftsführerin von Global 2000. +++