Start Editor's Blog Der Donald Trump in uns

Der Donald Trump in uns

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Fünf Menschen. So viele sind in den vergangenen Tagen in diesem seltsamen Tauchboot im Nordatlantik gestorben. Trotz des Einsatzes Hunderter Helfer, trotz der Zurverfügungstellung enormer Mengen an technischer Ausrüstung und spezifischen Materials durch gleich mehrere Staaten. Natürlich kann man sich fragen, wie viel Sinn es macht, fünf eigenartige Abenteurer zu retten, deren Überlebenschancen von Anfang an gleich Null sind und die sich aus eigenem Willen und sehenden Auges in ein lebensgefährliches Gerät eines womöglich fragwürdigen Unternehmenschefs begeben, um etwas Fragwürdiges zu tun. Die noch dazu 250.000 Euro pro Person dafür hinblättern. Aber ganz klar: Die kann man natürlich nicht einfach so ertrinken lassen.

Fünfhundert Menschen. So viele – oder mehr – sind kurz zuvor im Mittelmeer gestorben. Obwohl Rettungsschiffe der griechischen Küstenwache vor Ort waren, aber halt keine Anstalten machten, etwas dagegen zu unternehmen. Kein Helikoptereinsatz, keine Suchschiffe, keine Rettungsaktionen diverser Anrainerstaaten. Natürlich kann man sich fragen, wie wenig Sinn es macht, ein paar Hundert Flüchtlinge ertrinken zu lassen, deren Überlebenschancen zu Hause in Afrika gleich Null sind – auch, weil verantwortungslose Lobbyisten und ihre Auftraggeber seit Jahrzehnten unter den Augen und unter Beitragstäterschaft der EU den Schwarzen Kontinent ausbeuten ohne Rücksicht auf Verluste. Hunderte Menschen, die sich sehenden Auges in ein lebensgefährliches Gerät eines fragwürdigen Schleppers begeben, um in Europa womöglich ein besseres Leben zu finden, die ihre einzigen Ersparnisse dafür hinblättern. aber ganz klar: Die kann man natürlich sehr wohl einfach so ertrinken lassen.

Was bringt uns dazu, übermenschliche Anstrengungen zu unternehmen, um einige wenige zu retten und gleichzeitig schulterzuckend zuzusehen, wenn ein paar tausend Kilometer weiter viele ertrinken? Hat es was damit zu tun, dass die Wenigen Millionäre aus reichen Staaten waren und die Vielen arme Schlucker aus Entwicklungsländern? Könnte sein. Aber wir hatten dasselbe Spiel ja auch schon vor einigen Jahren, als Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt wurden, um elf Kinder aus einer fernöstlichen Höhle zu retten, während Dutzende Kinder mit Flüchtlingsschiffen im Mittelmeer kenterten und ertranken, ohne dass jemand auch nur einen Finder rührte.

Wir müssen vermutlich zugeben: So sind wir halt.

Was bringt uns zum Beispiel dazu, Menschen mit der vollen Härte des Gesetzes zu verfolgen und mit all unserer Kraft zu verdammen, die das Klima retten wollen und sich, um auf die katastrophale Situation aufmerksam machen, auf irgend einer Straße festkleben? Und gleichzeitig nichts dagegen zu unternehmen, dass Atommüll in rostigen Fässern irgendwo abgelagert wird, dass giftige Abwässer in Flüsse geleitet oder dass Konzerne, wie etwa soeben die OMV, ungestraft und selbst heutzutage noch neue Gasfelder erschließen und damit die Umwelt weiter gefährden?

Es wird wohl so sein: Wir Menschen haben ins uns viel zu viel Trump´sches Zeug und viel zu wenig von Albert Einstein. Wir sind in Summe einfach nicht besonders intelligent. Anders formuliert: In Summe sind wir ganz offensichtlich sogar strohdumm. In unserer Gesamtheit sind wir die Pendelbewegung zur Schwarmintelligenz – die Schwarmdummheit. Wir verdienen es vermutlich, uns selbst aus dem Genpool der Natur zu nehmen und auszusterben, weil wir uns selbst eliminieren. Das Universum sorgt schon dafür, dass solche Dummköpfe wie wir auch wieder von der Bildfläche verschwinden. Man nennt das Evolution. +++

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