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Nach der Pandemie ist vor der Pandemie

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„Nach Ostern“ sollte laut Bundeskanzler Nehammer der von ihm geplante Dialogprozess über Fehler und Versäumnisse in der Corona- Pandemie starten.  Es ist fast Pfingsten geworden, bis die Arbeit aufgenommen wurde, und es ist vor allem eine sozialwissenschaftliche Analyse zu Themen wie Wissenschaftsskepsis und Polarisierung geplant. Also blieb vom “Dialogprozess” nur mehr eine bessere Meinungsumfrage übrig. Dass der Bundeskanzler ob der impliziten politischen Risken keine volle Aufarbeitung mehr will, ist verständlich. Zu leicht kann man Unangenehmes und Fehlerhaftes wieder ins Bewusstsein der Bevölkerung rufen und der ehemalige Innenminister stünde nun nach den Rücktritten von Sebastian Kurz und Rudolf Anschober als Hauptverantwortlicher in der Auslage.

Wobei – sinnvoll wäre eine ernsthafte, wissenschaftliche Evaluierung, was alles schief gegangen ist, schon. Vor allem da bereits drei Impfstoffhersteller als Vorsichtsmaßnahme gegen eine künftige Vogelgrippe-Pandemie Probeimpfstoffe für den Menschen entwickeln oder gerade testen. Das machen sie sicher nicht aus rein akademischem Interesse.

Seit Monaten grassiert die schwerste jemals dokumentierte Vogelgrippewelle. Und sie kann auch Säugetiere infizieren. Ein erster Todesfall bei einer 56-jährigen Frau in China ist bereits dokumentiert. Beunruhigt hatte die Experten auch ein Vogelgrippe-Ausbruch auf einer spanischen Nerzfarm im Oktober 2022. Es gebe bei den Tieren Hinweise, dass sich der Erreger genetisch besser an Säugetiere anpasst hat, hieß es. Übertragungen von Säugetier zu Säugetier würden jedenfalls ein höheres Risiko für den Menschen bedeuten.

Der deutsche Bundestrainer Sepp Herberger prägte den mittlerweile klassischen Satz: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.“ Man könnte von diesem Fußball-Philosophen viel lernen – auch in der Politik. Denn vielleicht ist nach der Pandemie vor der Pandemie. +++

 

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