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Zehn Klassiker der Weihnachts-Weltliteratur zum Schenken

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Wenn Bücher schenken zu Weihnachten – warum dann nicht gleich Bücher, in denen Weihnachtsgeschichten stehen?

Die Weltliteratur ist voller Klasssiker, die Weihnachtsgeschichten erzählen – auf die eine oder andere Weise. Was liegt also näher, als zu Weihnachten ein Buch über Weihnachten zu schenken. Die such*stuff Redaktion hat eine kurze Übersicht über zehn der berühmtesten Weihnachtsklassiker zusammengestellt – von Charles Dickens bis John Irving.

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Charles Dickens | A Christmas Carol

Die Weihnachtsgeschichte aller Weihnachtsgechichten. Der Brite Charles Dickes erzählt im Klassiker, der auf Deutsch meist den Titel “Eine Weihnachtsgeschichte” trägt, vom Heiligen Abend des schwerreichen alten Geizkragens Ebenezer Scrooge. Ihm erscheinen drei Geister die dem kauzigen Alten sein schrulliges, einsames Leben vor Augen führen. Am Ende machen sie ihn zu einem besseren Menschen. Im anglo-amerikanischen Sprachraum kennt jedes Kind diese Story, bis heute hat es in der Adventzeit wohl abertausende Schulaufführungen dazu gegeben. Dutzendfach wurde der Stoff für Hollywood adaptiert, am bekanntesten ist wohl die Verfilimung “Die Geister, die ich rief” mit Bill Murray in der Hauptrolle. Aber auch Jim Carrey, Albert Finney und sogar Patrick Stewart, der als Captain Picard des Raumschiffs Enterprise berühmt wurde – sie alle spielten schon die Rolle des Ebenezer Scrooge in einem der Filme oder Theaterstücke.

Eine Weihnachtsgeschichte, Knesebeck, ISBN 978-3-86873-941-1, EUR 25,-

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Heinrich Bölls berühmte Geschichte ist eine der Erzählungen in diesem Band.

Heinrich Böll: Nicht nur zur Weihnachtszeit

Unter seinen vielen Erzählungen hinterließ der deutsche Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll eine besonders einfühlsame: Die Geschichte von Tante Milla, die sich im ersten Weltkrieg um die Freuden eines unbelasteten Weihnachstfestes gebracht sieht – und durchdreht. Ihre Familie muss fortan täglich Weihnachten feiern, um die Tante von Nervenzusammebrüchen fernzuhalten. Das bringt die Familiengemeinschaft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit und hat ungeahnte Folgen. “Nicht nur zur Weihanchtszeit” ist eine von Heinrich Bölls bekantesten Erzählungen und ein Beispiel dafür, wie sich sogar die deutsche Trümmerliteratur der Nachkriegszeit mit dem Thema Weihnachten auseinandergesetzt hat.

Nicht nur zur Weihnachtszeit, dtv, ISBN 978-3-423-11591-9, EUR 8,90

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Georges Simenon | Weihnachten in Paris

In gleich zwei Erzählungen berichtet der französische Krimi-Altmeister Georges Simenon vom Weihnachsabend in der Paris. Er lässt im Polizeihauptquartier den Polizisten Lecoeur gegen Weihnachtsblues, Langeweile und das Verbrechen ankämpfen. Dann wird ein Mord gemeldet und Lecoeur ist von diesem Moment an in ein dramatisches Kuddelmuddel verwickelt. In der zweiten Geschichte treffen, ebenfalls am Weihnachtsabend und ebenfalls in Paris, zwei Frauen aufeinander – die eine am Rand des Suizids und die andere als rettender Engel. Mit überschwänglichem Lob hat die internationale Literaturkritik die beiden Simenon-Weihnachtsgeschichten zwar nie überhäuft, Fans des Kommisars Maigret aus den bekannteren Kriminalromanen Simenons mögen sie trotzdem.

Weihnachten in Paris, Kampa, ISBN 978-3-311-13430-5, EUR 17,40

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Agatha Christie | Das Geheimnis des Weihnachtspuddings

Einen ganzen Band mit Weihnachtsgeschichten hat die Grande Dame der britischen Kriminalliteratur dem Thema Weihnachten gewidmet – eben unter dem Titel “Das Geheimnis des Weihnachtspuddings”. Darin kommt alles vor, was die Geschichten der englischen Autorin auszeichnet – der belgische Privatdetektiv Hercule Poirot ebenso wie die rustikale Miss Marple. Agatha Christie kann aber auch ohne Kriminalhandlungen wunderbar und besinnlich von Weihnachten erzählen, sogar eine sehr persönliche Erinnerung liefert sie in ihrem Weihnachtsband mit.

Das Geheimnis des Weihnachtspuddings, Atlantik, ISBN 978-3-455-60055-1, EUR 12,-

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Theodor Storm | Unter dem Tannenbaum

In Theodor Storms Novelle “Unter dem Tannenbaum” finden sich reihenweise Geschichten und Ereignisse, die alle Leser mit einer gewissen Schwermut an die Zeit um Weihnachten erinnern sollen. Die Geschichte des norddeutschen Dichters vom Weihnachtsfest hat alles, was eine richtige Weihnachtsgeschichte eben so benötigt: einen Baum, der geschmückt werden will, Gebäck, dazu Melancholie, Wehmut und Heimweh. Sogar eine Begegnung mit Knecht Ruprecht ist dabei. Weihnachten, wie Weihnachten eben sein soll.

Unter dem Tannenbaum, Suhrkamp Insel, ISBN:978-3-458-20528-9, EUR 8,-

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Gerhard Polt | Nikolausi

Natürlich kommt alles andere als ein Weihnachtsbuch dabei heraus, wenn der bayerische Kabarett-Polterer Gerhard Polt seine besten und lustigsten Sketches rund um die besinnlichste Zeit des Jahres in Buchform heraus bringt. Aber warum in der Weihnachtszeit immer nur besinnlich sein? Wer unter dem Chrtistbaum nicht nur singen, sondern auch lachen möchte, ist bei Polt richtig. In seinem Buch “Nikolausi” hat er 25 Texte rund um das Thema Weihnachten verfasst. Erzählungen und Satiren sind ebenso darunter wie Gedichte und Theater-Miniaturen. Kräftig im Ton, fein ziseliert in der Satire und treffsicher im Spott, nimmt Polt in seinem Buch zum Thema Weihnachten Festfreude, Besinnlichkeit und Feierlaune aufs Korn.

Nikolausi, Kein & Aber, ISBN 978-3-036-95985-6, EUR 10,-

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Daniel Glattauer | Der Weihnachtshund

Eine Weihnachtsgeschichte wie ein Antidepressivum: Der österreichische Schriftsteller Danile Glattauer hat vor knapp 20 Jahren einen Weihnachtsklassiker der anderen Art geschrieben. “Der Weihnachtshund” ist die Liebegeschichte von Katrin und Max, die einander nicht kennen, jedoch beide dem Stress der Weihnachtszeit entfliehen wollen. Der gemeinsame Nenner dabei ist Kurt, der etwas seltsame Hund von Max, der über Weihnbachten Unterkunft und Pflege benötigt, weil sein Herrchen dem Feiertagstamtam in den Süden entkommen möchte. Da kommt Katrin ins Spiel. Eine verworrende Handlung entwickelt sich. Heimischer Weihnachtklamauk, der beim Publikum bestens ankam und auch verfilmt wurde.

Der Weihnachtshund, Goldmann, ISBN 978-3-442-46762-4, EUR 10,30

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Fjodor Dostojewski | Der Knabe beim Herrn Jesus zur Weihnacht

Dostojewskis in eine Weihnachtsgeschichte verpackte Gesellschaftskritik ist eine traurige Angelegenheit und zeichnet ein düsteres Bild der Armut im Russland des ausgehenden 19. Jahrhhunderts. Kinder, die zum Betteln losgeschickt und dann weggeschoben werden, Eiseskälte und Tod, das sind die Ingredienzien der Geschichte. Der kleine Junge, der in irgendeiner Kellerstube am Erfrieren ist, nachdem kurz zuvor auch seine Mutter von diesem Schicksal ereilt wurde, träumt, von Christus zum Weihnachsfest eingeladen zu werden, unter einen strahlenden Baum, ins Warme – bevor es mit ihm zu Ende geht. Echte Hoffnung kommt in Dostijewskis Weihnachtsgeschichte, die 1876 erstmals veröffentlicht wurde, nicht vor – dafür viel Einsamkeit und Verzweiflung.

Der Knabe beim Herrn Jesus zur Weihnacht, vergriffen

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Ein echter Auster: geheimnisvoll.

Paul Auster | Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte

Ein echter Auster – viel Geheimnisvolles, unerwartete Wendungen und auch ein wenig Mystik: In “Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte” geht Ich-Erzähler Paul Zigaretten kaufen, eben in den Laden von Auggie Wren. Der erzählt ihm eine wilde Geschichte von einem Ladendiebstahl, vertauschten Portemonnaies und das Beschwindeln einer alten, blinden Frau. Eine Weihnachtsstory entspinnt sich. Die Figur des Auggie Wren verwendete Auor Paul Auster noch einmal, im Drehbuch zum Film “Smoke” mit Harvey Keitel. Eine typisch amerikanische Weihnachtsgeschichte, verschroben, schrullig, und auch ein wenig heruntergekommen. Anders eben.

Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte, Rowohlt, ISBN 978-3-499-24863-4, EUR 8,90

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John Irving | Owen Meany

Eine Story für weihnachtliche Nonkonformisten. Der US-Kultautor Irving erzählt in seinem Roman die Kindheitsgeschichte des kleinwüchsigen Owen, der die Mutter seines besten Freundes mit einem irrtümlichen Baseballschuss an die Schläfe das Zeitliche segnen lässt und sich von da an für ein Instrument Gottes hält. Nicht zuletzt dank seiner geringen Körpergröße und seiner schrillen Stimme vollbringt er Wunder für Wunder, erlebt seltsame Dinge und ist überzeugt davon, später als Erwachsener einen frühen Tod für eine nicht näher definierte gute Sache zu finden. Owens Freund, der als Ich-Erzähler zunächst mit religiösen Angelegenheiten wenig anfangen kann, nähert im Verlauf des Romans mehr und mehr dem Gedanken an, bei Owen Meany könnte es sich um Gottes wiedergeborenem Sohn handeln. Spoiler: Tatsächlich stirbt Owen schließlich einen dem Ableben von Jesus Christus ähnlichen Opfertod.

Owen Meany, Diogenes, ISBN 987-3-257-22491-7, EUR 14,40

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