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Fritz goes Advent und macht eine Kartoffelsuppe

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Die Adventmärkte haben geöffnet. Die Lichter an den Marktständen leuchten und der Geruch von Glühwein und gerösteten Mandeln streift durch die Luft. Ich gehe dann gern von Markthütte zu Markthütte, treffe mich mit Freunden, und bei einem Punsch bespricht man, was es so an aktuellen kulinarischen Leckereien gibt. Besonders die frühwinterlichen Klassiker wie Krapfen, Pofesen, Eintöpfe oder Suppen sind derzeit sehr gefragt.

Ein absoluter Bringer an jedem Adventmarkt im Salzkammergut ist seit jeher die Erdäpfelsuppe. Kaum ein anderes Gericht passt besser zu Glühwein oder Glühmost als eine gute, kräftige Erdäpfel- oder Kartoffelsuppe. Heißt es nun Erdäpfel- oder Kartoffelsuppe? Sie merken schon, wir im Salzkammergut sind da sehr serviceorientiert und denken auch an unsere zahlreichen deutschen Gäste und Zweitwohnsitzbesitzer, also ziehen wir durchaus auch den Terminus “Kartoffelsuppe” in Betracht. Aber natürlich, auf gut Österreichisch haben wir es schon immer noch mit einer Erdäpfelsuppe zu tun. Ich persönlich bin da übrigens pragmatisch: Mag jeder so sagen wie er es kennt. An kalten Tagen ist eine gute Erdäpfelsuppe jedenfalls auch für zu Hause eine wunderbare Sache. Sie ist haltbar, schmeckt aufgewärmt fast noch besser als frisch gekocht und kann auf manch interessante Weise angerichtet werden.

Also, gehen wir´s an, machen wir eine!

Dazu schäle ich erst einmal kochfeste Kartoffel, Zwiebel, Karotten, Petersilwurzeln, Sellerie, Lauch und Knoblauch. Die Zwiebel schneide ich in Würfel, die Kartoffel, das Gemüse und den Knoblauch in Scheiben. Die Zwiebel und den Knoblauch röste ich mit Grammelschmalz in einem Topf an, bis sie glasig sind. Jetzt etwas Kümmel, Wacholderbeeren und Lorbeerblätter kurz mitrösten. Mit Bier und Rindsuppe lösche ich ab und gebe die Erdäpfel dazu. Sind die Erdäpfel mit Flüssigkeit bedeckt, gebe ich einen Deckel auf den Topf und lasse alles leicht köcheln. Sind die Erdäpfel weich gekocht, würze ich die Suppe mit Salz, Pfeffer, Majoran, Thymian und frischer Petersilie. Mit einem Schneebesen zerstoße ich die Kartoffeln, bis die Suppe sämig ist. Ist sie zu dickflüssig, kann man mit etwas Rindsuppe verdünnen. Ist die Suppe zu dünn geraten, dann eben mit Mais- oder Kartoffelstärke eindicken.

Eine Variante ist besonders gut: Die heiße Suppe in eine hitzefeste Suppentasse geben, Steinpilze und Speckwürferl anrösten und auf die Suppe streuen. Scheiben aus Blätterteig, welche größer als die Tasse sind, ausstechen und mit Dotter bestreichen, auf die Suppentasse legen und dann bei 220°C im vorgeheizten Backrohr backen. Der Geruch beim Aufstechen der Blätterteighaube ist unvergleichlich!

Ich wünsche guten Appetit und einen schönen Sonntag, Euer Fritz

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Fritz Neuwirth ist im westlichen Salzkammergut fast so etwas wie Kult. Jahrelang war er Betreiber der beliebten Marktmetzgerei am Mondseer Hauptplatz. Dann kam die Pandemie und das Wirt sein hörte auf, ihn so richtig zu freuen. Jetzt bloggt er als Kulinarik-Experte auf such*stuff.