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Urlaubstipp Connemara: In the middle of Einsamkeit

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Das beschauliche Städtchen Clifden, pittoresk in die Heide- und Moorlandschaft geplflanzt, ist der Hauptort Connemaras.

Im rauen Landstrich Connemara an Irlands Westküste lässt sich viel unternehmen – Strandreiten, Wandern, oder auch einen ganz besonderen Country-Lifestyle pflegen. Sogar die Schläger schwingen kann man und für Österreicher gilt dann wohl: Golf spielen, where no Landsmann has golfed before.

Der Hauptort der Region Connemara verdient diese Bezeichnung eigentlich nicht, denn auf mehr als 5.000 Menschen bringt es das beschauliche Dorf Clifden nicht einmal dann, wenn sich im Sommer die Touristen in den wenigen Cafés entlang der beiden Hauptstraßen tummeln.

Renvyle House liegt dort, wo die Gegend am meisten Gegend ist – und der Rest der Welt weit, weit weg. Doch immerhin, es gibt einen Wegweiser.

Einige von Ihnen sind gekommen, um am letzten Zipfel der Region Golf zu spielen, dort, wo noch kaum ein deutscher Golfer zuvor jemals den Driver angesetzt hat. Denn der einzige Golfplatz dieser ohnehin am äußersten Westrand Irlands gelegenen Gegend, er nennt sich „Connemara Championship Links“, ist in Mitteleuropa völlig unbekannt und befindet sich auf einer vorgelagerten Klippe beim Örtchen Ballyconneely. Von Clifden aus geht die Anfahrt einige Kilometer über Stock und Stein und ist für sich bereits ein Erlebnis. Wenn man schon glaubt, sich ins Nirwana verfahren zu haben, taucht plötzlich aus dem Nebel (auch zu Mittag im Hochsommer keine Seltenheit) das Clubhaus auf. Gespenstisch, aber beeindruckend. Der Kurs selbst vermittelt den Eindruck, als golfe man auf einer Alm: Cottages, Schafe und zwischendurch immer wieder auch bezaubernde Blicke auf die weißen Sandbuchten Connemaras säumen die 18 Golflöcher, für deren Bespielen man sich alle Zeit der Welt nehmen darf. Denn dass dieser Kurs überlaufen ist, kann man trotz seiner sehr guten Qualität wirklich nicht behaupten.

Der Connemara Championship Club ist ein toller Golfplatz zwischen schneeweißen Buchten und Stränden sowie verkappten Almwiesen – Linksgolf vom Feinsten.

 Best of the game: Linksgolf 

Viele weit gereiste Golfer schwören Stein und Bein, dass das Bespielen von Linksplätzen das Beste ist, was einem in seinem Golfleben geschehen kann. Tatsächlich ist Linksgolf ein Erlebnis der ganz besonderen Art. „Links“ lautet auf den britischen Inseln die Bezeichnung für jene trockenen Dünenlandschaften, die das Meer mit dem fruchtbaren Hinterland verbinden. In Irland hat man bereits gegen Ende des vor-vorigen Jahrhunderts entdeckt, dass sich auf diesen mit Sträuchern und Gräsern bewachsenen Flächen, meist mit atemberaubendem Blick auf das Meer, hervorragend Golfplätze anlegen lassen. Irland verfügt über rund 100 solcher Kurse (insgesamt mehr als 400 Golfplätze), darunter einige der bekanntesten und schönsten der Welt.

Die Einsamkeit des golfers in Connemara – nur die Möwen und der Wind sind immer präsente Begleiter.

Linksgolf im County Galway – das ist der politische Bezirk, in dem Connemara liegt – bedeutet allerdings, man muss sich in die völlige Einsamkeit begeben. Der berühmte Paul Auster könnte sein Buch „The invention of solitude“ hier in Connemara geschrieben haben, denn rund um die Hügelgruppe der „Twelve Bens“ gibt es Seen, Moorlandschaften, viele Schafe auf schmalen, nebeligen Straßen, jedoch: keine Menschen. Ein Paradies für Eigenbrötler, die gerne den Lifestyle eines Trappers pflegen. Tatsächlich ist Connemara in der Vergangenheit immer wieder Rückzugsgebiet irischer Schriftsteller gewesen, die sich hierher auf die ungestörte Suche nach Geschichten begaben. Die den Twelve Bens benachbarte Gegend wurde nach dem berühmtesten von ihnen allen benannt: „Joyce´s Country“.

Connemara ist ein El Dorado für Strandreiter – “Equestrian” nennt sich der schöne Sport.

 Einsamkeit und Ocean Race 

Connemara ist ein El Dorado für Wanderer und Reiter („Equestrian“ nennen die Iren das Erkunden von Stränden und Buchten auf dem Rücken der Pferde), auch Botaniker finden hier erstaunliche Schätze. Einen beinahe unberührten Urwald etwa, oder auch die weltberühmten Gärten von Kylemore Abbey. Bereits auf der Anfahrt dorthin rollt man durch Philodendron-Alleen mit fünf bis acht Meter hohen Pflanzen, die hier im Juni in bei uns nie gesehener Pracht blühen. Lodges und Landhotels für Abenteurer, Ruhesuchende, Wanderer, Reiter und Outdoor-Freaks aller Art gibt es in Connemara zuhauf, viele von ihnen liegen an verschwiegenen Seen oder in einsamen Buchten.

Der Landstrich um Renvyle ist wunderschön, Renvyle Beach zum Beispiel ist ein Gedicht. Gleich daneben liegt das schrullige Hotel “Renvyle House”.

Eines der originellsten dieser Landhotels ist „Renvyle House“, eine etwas in die Jahre gekommene, aber nichtsdestotrotz spannende Lodge mit liebenswert schrulligem Einschlag. So haben die Besitzer auf einer privaten Landzunge neun Par-3-Golflöcher angelegt und nennen diese selbstbewusst „Pebble Beach“. Sollte sich also tatsächlich ein Golfer hierher verirren – Renvyle House liegt am wirklich allerletzten Stück einer Halbinsel, weiter westlich befinden sich nur mehr der Atlantik und dann irgendwann einmal New York – kann er zumindest ein wenig üben. Ballyconneely mit seinen Connemara Championship Links ist eine knappe Autostunde entfernt.

Der Galway Golf Club im Wohn- und Promenierviertel Salthill der County-Hauptstadt Galway lockt mit Löchern am Meer, aber man spielt auch an Villen vorbei.

Golfer mit einem weniger deutlich ausgeprägtem Hang zum Exotischen finden in der County-Hauptstadt Galway auf der Anlage des „Galway Golf Club“ einen ausgezeichnet gepflegten Parkland Course vor, mit beeindruckendem Blick auf die Galway Bay. Galway, mit gut 100.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt der Republik Irland, ist sozusagen das Eingangstor zu Connemara und seiner Einsamkeit – allerdings was Unterhaltung betrifft ganz anders geartet: In der Stadt, die als Studenten-Zentrum ein besonders jugendliches Erscheinungsbild pflegt, finden sich Hotels, Pubs, Restaurants und Shopping-Gelegenheiten sonder Zahl. Galway ist das pure Leben. Wer mehr wissen will: Hier geht´s zum such*stuff Städteporträt. +++

 


 Ab richtung Lonelyness 

Anreise: u.A. mit Aer Lingus von Wien nach Dublin, derzeit Flüge täglich (Onlinebuchung auf www.aerlingus.com). Die beste Reisezeit ist der Spätfrühling.

Allgemeine Auskünfte: Fáilte Ireland (Irischer Tourismusverband, www.discoverireland.ie), Irland Information (www.entdeckeirland.de, info@entdeckeirland.de)

Mietwagen: alle internationalen Mietwagenfirmen in der Ankunftshalle am Flughafen Dublin präsent, Vorreservierung per Internet empfehlenswert

Hotels: The Renvyle House (www.renvyle.com). Die Kosten für die Unterkunft differieren stark nach Saison und Zimmerkategorie und sollten vor Buchung auf jeden Fall verhandelt werden, da hier oft erhebliche Nachlässe zu den regulären Rates erzielbar sind.

Golfclubs: Connemara Championship Golf Links (www.connemaragolflinks.com, Greenfee ab 100 €), Golf Club Galway (www.galwaygolf.com, Greenfee ab 120 €).


 

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Klaus Puchleitner arbeitete lange Jahre als Wirtschafts- und Innenpolitikjournalist für die Magazine FORMAT, trend und Industrie. Heute lebt er als freier Autor in Graz und Mondsee und schreibt für Medien wie trend, freizeit-Kurier, profil, bestseller oder Horizont über Wirtschaft, Reise, Politik und alle möglichen weiteren Themen. Puchleitner ist auch als Ghostwriter und Sachbuchautor tätig.