Start Stuff Golf in und um die Hauptstadt: Wiener Ballsaison

Golf in und um die Hauptstadt: Wiener Ballsaison

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Wahrhaft pompös: Fontana, eines der Flaggschiffe unter den österreichischen Golfplätzen.

Der nächste Wiener Opernball soll am 16. Februar 2023 stattfinden. Bis dahin können jene, die dem Spiel mit dem kleinen weißen Ball frönen, eine Ballsaison der anderen Art genießen. Schließlich gibt es in und rund um die Bundeshauptstadt eine ganze Anzahl an Golfkursen die einen Besuch lohnen. Darüber hinaus hat Wien, das im Jahr 2019 vom internationalen Consulter Mercer unter weltweit 231 Metropolen zum zehnten Mal in Folge zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt wurde, in puncto Architektur, Kunst und Kultur sehr viel zu bieten.

Wer die Annehmlichkeiten Wiens mit Golf kombinieren will, kann etwa dem bereits im Jahr 1949 gegründeten Golfclub Wien Freudenau eine Besuch abstatten. Vom Flair her ist der im rund sechs Quadratkilometer großen Erholungsgebiet des Wiener Praters liegende Golfplatz mit britischen Parklandkursen vergleichbar. Die meisten Spielbahnen verlaufen innerhalb der 1867 eröffneten Galopprennbahn Freudenau. Drei Jahre danach wurde die Kaiserloge, ein architektonisches Meisterwerk des Architekten Carl von Hasenauer errichtet. Einen Blick darauf bekommen Golfer, die die achte Spielbahn des Golfclub Wien entlang gehen. Praktische Details: Der 18-Loch-Kurs ist vom Stadtzentrum per Taxi innerhalb von zehn Minuten erreichbar und der Kurs ist so gut wie nie überlaufen.

 Vier von 16 Leading Courses 

Laut dem Österreichischen Golf-Verband gibt es in Österreich 160 Golfplätze, auf denen rund 115.000 Mitglieder ihre Runden ziehen. 16 der 160 Golfplätze zählen zum elitären Kreis der „Leading Golf Courses“. Dabei handelt es sich um Anlagen die in Bezug auf Platzqualität, Clubhaus, Pro-Shop und Qualität des Personals hohe Ansprüchen erfüllen. Mit dem Golfclub Adamstal, dem Diamond Country Club, dem Colony Club Gutenhof und dem Golfclub Schönborn befinden sich gleich vier der prämierten Golfanlagen im Nahbereich von Wien.

Wer internationales Turniergolf per TV verfolgt, wird sich vielleicht an den westlich von Wien gelegenen Diamond Country Club erinnern. Bis zum Vorjahr wurden auf dem Diamond Championship Course insgesamt elf Mal die Austrian Open, ein Turnier der European Tour, ausgetragen. Mit einem Slope-Rating von 136 bietet der Kurs für Golfer jeder Spielstärke eine Reihe an Herausforderungen. Der von Architekt Jeremy Pern gestaltete, flache Turnierplatz ist von den gelben Abschlägen 6.130 Meter lang und auf immerhin auf 14 der 18 Spielbahnen gilt es Schläge in Wasserhindernisse zu vermeiden. Wer den Platz mehrmals bespielen will, kann übrigens vor Ort in top-modernen Unterkünften übernachten.

Im Süden von Wien liegt, traumhaft eingebettet ins Alpenvorland, der Adamstal-Golfplatz von Rallye-Legende Franz Wittmann.

Als Destination von Profiturnieren hat sich auch der Golfclub Adamstal, der sich im niederösterreichischen Alpenvorland befindet, bewährt. Wie auf vielen anderen Golfplätzen sind die einzelnen Löcher des Golfclub Adamstal mit Namen versehen. Diese lauten etwa „Felsenhöhe“, „Zur Felsenwand“ oder „Hausbergkante“. Diesen Bezeichnungen entsprechend ist das Gelände genau das Gegenteil von flach. Ergo sind Golfer gut beraten für die spektakuläre Berg- und Talfahrt, die entlang von Wäldern, über Bäche, Geländestufen, und vorbei an Felsformationen führt, ein Cart zu buchen und famose Ausblicke zu genießen.

 Flair und mehr 

Mit 36 Löchern, perfektem Pflegezustand und einem Clubhaus, das vom Stil her durchaus auch in South Carolina stehen könnte, zählt der rund 25 Autominuten südöstlich vom Wiener Zentrum entfernte Colony Club Gutenhof zu den feinsten Golfadressen im Nahbereich von Wien. Welcher der beiden auf einem 130 Hektar großen, flachen Areal liegenden Championship-Kurse der bessere ist, ist natürlich Geschmackssache. Wer genügend Zeit hat, kann sich ein eigenes Bild machen und sowohl den „West Kurs“ als auch den „Ost Kurs“ spielen.

Ein schönes Schloss, ein sattes Grün und tolle Spielbahnen – Golferherz, was willst du mehr: Schönbron im Norden Wiens.

Mit viel Flair wartet der Golfclub Schönborn, der rund 20 Kilometer nordwestlich von Wien liegt, auf. 18 der in Summe 27 Löcher verlaufen durch einen Schlosspark, der zu den bedeutendsten gartenarchitektonischen Denkmälern Österreichs gezählt wird. Im Herzen der 104 Hektar großen Anlage befindet sich das Barockschloss Schönborn, das als Clubhaus dient. Den besten Blick auf die schöne Architektur des Gebäudes, das ab 1717 als Sommersitz des damaligen Reichsvizekanzlers Friedrich Graf von Schönborn diente, genießen Golfer von der Tee-Box der 11. Spielbahn, einem rund 170 Meter langen Par 3, das mit einem großen Green versehen ist. Apropos Green: Die kurz gemähten Flächen des Golfclub Schönborn halten jedem Vergleich stand. Aber Achtung, die Greens des Nobelclubs sind sehr schnell, weshalb der Golfclub Schönborn gerne als „das Augusta Österreichs“ bezeichnet wird.

Für schnelle Greens ist auch der südlich von Wien gelegene Golfclub Fontana bekannt. Am ohnehin sehr guten Platzdesign wird am weitläufigen und offenen Kurs permanent gefeilt. So wurden in den vergangenen Jahren mehrere neu gestaltet oder adaptiert. Einem Relaunch wurde vor einigen Jahren auch der 1989 gegründete Golfclub Brunn am Gebirge unterzogen. Und dabei wurde nicht gespart, alle 18 Löcher des im Süden von Wien gelegenen Golfclubs wurden umgestaltet. Wasserhindernisse und Bunker wurden entfernt, vier neue Teiche hinzugefügt und Greens verbessert. Diese Flurbereinigungen, von denen auch die Driving Range und alle anderen Übungsbereiche betroffen waren, haben dem ohnehin schon wirklich feinen Gelände, das mit üppiger Vegetation aufwarten kann, gut getan.

 Par 6 mit 600 Metern 

Rund eine habe Autostunde von Wien entfernt liegt der Golfclub Frühling, der auf einem flachen, rund 100 Hektar großen Gelände mit 36 Löchern aufwartet. Bei der Gestaltung der Anlage, die vom Gebrüder-Trio Gerhard, Paul und Karl Frühling geleitet wird, haben Gäste die Wahl aus völlig unterschiedlichen Golfplätzen. Der „Day Course“ ist ein weitläufiger Championship-Platz mit knapp 6.000 Metern Länge. Ein Zehntel davon entfällt auf das Loch 17. Das Loch ist mit seinen 600 Metern Länge als Par 6 ausgewiesen und ist somit eines von sechs Par-6-Löchern Europas.

Andere Erfahrungen erlaubt der „Lake Course“ des Golfclub Frühling. Wie der Name vermuten lässt, spielen auf dem 9-Loch-Kurs Wasserhindernisse eine wesentliche Rolle. Auf Sandbunker wurde zwar zur Gänze verzichtet. Dafür mahnen strategisch gut platzierte Grasbunker zu einem kontrollierten Vorgehen. Auch nach Einbruch der Dunkelheit kann am 9-Loch-Platz namens „Night Course“ abgeschlagen werden. Ermöglicht wird das durch eine Flutlichtanlage, die den ganzen Par 30-Parcours in hellem Licht erstrahlen lässt. +++

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Robert Winter ist seit mehr als 20 Jahren Finanzjournalist und einer der nachgefragtesten Autoren für Finanzthemen in Österreich. Er schreibt für internationale Medien auch über das Thema Golf – und zusätzlich für so renommierte Medien wie Börsianer, trend, Horizont, bestseller, Asset Manager oder Forbes über Wirtschaft. Vor seiner heutigen Tätigkeit war Winter festes Redaktionsmitglied bei der ehemaligen Wirtschafts-Tageszeitung Wirtschaftsblatt sowie danach beim Nachrichtenmagazin FORMAT.