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Gelbes Gold im Müll: Die Butterbrotrechnung

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Tonnenweise werfen wir jedes Jahr Brot weg. Würden wir die "Butterbrot-Rechnung" anstellen, könnten wir pro Jahr 800 Euro sparen.

Die Butter wird teurer, das Brot wird häufig entsorgt: Stark steigende Lebensmittelpreise stehen großen Mengen Lebensmittelmüll gegenüber. such*stuff klärt zum heutigen Tag des Butterbrotes über eines der beliebtesten Nahrungsmittel der Ösaterreicherinnen und Österreicher auf:

Butter ist universell – und nicht nur zum Essen da: Wertvolle Dinge wurden früher in Butter transportiert, um sie nicht zu beschädigen. Daher kommt auch der Ausdruck „alles in Butter“. Könnte gut sein, dass sich das bald umkehrt – und man die wertvolle Butter gut in andere Transportmittel verpackt, denn: Die Preise für Grundnahrungsmittel wie Butter und Brot sind während der vergangenen Monate stark gestiegen. Während Brot und andere Getreideerzeugnisse im August um immerhin 12,8 Prozent teurer waren als im August des Vorjahres, ist Butter in Sachen Teuerung Spitzenreiter: Ein Packerl Butter kostete durchschnittlich um ganze 38,9 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres

Fünfeinhalb Kilo pro Kopf und Jahr

Dabei ist gerade die Butter ein Lebensmittel, bei dem wir besonders gerne versuchen, zu sparen. Und zwar nicht bei der Menge – pro Kopf und Jahr verspeisen wir hierzulande fast fünfeinhalb Kilogramm Butter – sondern beim Preis. Butter und Butterschmalz bilden nämlich jene Warengruppe, bei der wir am häufigsten zu Aktionsangeboten greifen: Rund 50 Prozent beträgt der Aktionsanteil von Butter und Butterschmalz im Lebensmitteleinzelhandel. Da können nur mehr Fleisch und Fertiggerichte einigermaßen mithalten.

Besonderheiten in unserem Konsumverhalten gibt es auch beim Brot zu beobachten. Leider nicht nur positive, denn Brot und Gebäck sind jene Lebensmittel, die am häufigsten weggeworfen werden: Jährlich landen in Österreich rund 210.000 Tonnen Brot und Gebäck im Müll, etwa zwei Drittel davon werden von den privaten Haushalten entsorgt.

800 Euro werfen wir in den Müll

Das war aber nicht immer so: Neben der Kartoffel war Brot lange Zeit der wichtigste Kohlenhydratlieferant und hatte dadurch sogar eine weitaus größere Bedeutung als Fleisch. Heute ist Brot – trotz Teuerung – ein sehr günstig erhältliches Lebensmittel, das dementsprechend leichtfertig entsorgt wird. Damit werfen wir bares Geld weg: Durchschnittlich 800 Euro landen Schätzungen des Vereins Land schafft Leben zufolge pro Haushalt jedes Jahr in Form von noch genießbaren Lebensmitteln im Müll. Das ist fast so viel, wie ein durchschnittlicher Haushalt in zwei Monaten laut Statistik Austria für den Lebensmitteleinkauf ausgibt.

Die Rechnung ist also recht einfach: Einen Teil der steigenden Preise – zum Beispiel für Butter – können wir kompensieren, indem wir weniger wegwerfen und auch Lebensmittel wie Brot wieder mehr wertschätzen. Diese Rechnung — sozusagen die “Butterbrot-Rechnung” – würde dann mit Sicherheit zu unserem Vorteil aufgehen. +++

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